.(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)08.04.2012 12:33
Petrus der Weltenfürst und Günter der Großdichter
Rupert Reiger
Eine wahre Geschichte (oder zwei):
Wer an der Universität Regensburg studiert kriegt irgendwann mit, dass gleich nebenan das Irrenhaus ist (sorry: Klinik für Neurologie). Denn dieses äußert sich durch harmlose Freigänger, die gerne mal ein zielgerichtetes Spaziergängchen an die Uni machen. Ich erinnere mich noch an zwei davon. Der eine war der „Ministerpräsident“, der hatte freien Zugang zur Bibliothek der Juristen unter der entsprechenden Achtung der Bibliotheksaufsicht. Dort beobachtete er die Studenten und stellte seiner Meinung nach besonders fleißigen eine handgezeichnete und eigenhändig unterschriebene Urkunde aus. Den meine ich nicht, ich meine den anderen:
Das war „Petrus der Weltenfürst“, der steuerte immer zielgerichtet den Fachbereich Physik an, so auch meinen damaligen geschätzten Chef und Professor. Der nahm mich einmal, nach längerer Diskussion mit Petrus, zur Seite, leicht wirren Blicks und Haares, und sagte: Lassen sie sich nie mit dem ein! Der Hintergrund war, dass „Petrus der Weltenfürst“ es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte „Einstein zu widerlegen“.
Was war nun das Problem bei der Sache, denn mein Professor hatte die besten Argumente (hatte Geduld und er konnte gut erklären), dass Einstein recht hat?
Nun ja: Das Problem war, dass „Petrus der Weltenfürst“ davon ausging, dass er dogmatisch recht hatte und Einstein dann eben nicht. Dabei war „Petrus der Weltenfürst“ nicht dumm und konnte durchaus argumentieren, er war kein Genie aber dumm auch nicht. Das machte das ganze anstrengend ja schweißtreibend. So kam er nach jedem Argument, das seine Theorie zerstörte wieder zurück mit neuen Gegenargumenten, auf die man durchaus eingehen musste (!!!), sowas kostet Kraft, sinnlose Kraft, siehe oben „Dogma“.
Und so kam mein guter (auch gutmütiger) damaliger Chef und Professor zur Erkenntnis wie auch zu der Warnung:
Lassen sie sich nie mit dem ein! Den kriegen sie nie mehr los! Glauben sie mir: Es spielt keine, aber überhaupt keine Rolle, dass ihre Argumente schlüssig sind!
Was verbleibt ist die eigene Rolle als Teil einer Weltverschwörung!
Grass ist so ein Freigänger … nur eben nicht harmlos. So scheint er die üblichen, täglichen Tischgespräche der Waffen SS (ich will’s gar nicht wissen) im Unterbewussten noch nicht verdrängt zu haben, auch wenn er im rückblicklich Bewussten seinen Kameraden wohl doch täglich widersprochen hat in seiner Erinnerung, also sozusagen das rote Schaf der schwarzen Familie war.
So verbleibt, die Sinnlosigkeit mit Grass zu argumentieren, einzusehen, abzubrechen, ihn zu ignorieren, denn wie sich die Bilder gleichen:
Günter Grass wittert eine Kampagne
Angesichts der Kritik an seinem Gedicht über die Atommacht Israel spricht der Autor in TV-Auftritten von einer “Gleichschaltung der Medien” in Deutschland (Anmerkung: da hat er wohl den Rest der Welt vergessen). Die Vorwürfe gegen die Regierung in Jerusalem bekräftigt Grass …
Zu lesen hier:
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,826045,00.html
Grass sieht „Gleichschaltung der Meinung“
Der Schriftsteller Günter Grass fühlt sich nach der heftigen Kritik an seinem Israel-Gedicht missverstanden und unterstellt seinen Gegnern Methoden, die von den Nazis verwendet wurden (Anmerkung: da hat er wohl ebenfalls den Rest der Welt vergessen).
Grass (Anmerkung: der Weltenfürst) bemängelte indes, dass sich seine Kritiker weigerten, auf den Inhalt seiner Aussagen überhaupt einzugehen (Anmerkung: nein, aber s.o. !!!). „Der durchgehende Tenor ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einzulassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu führen und zu behaupten, mein Ruf sei für alle Zeit geschädigt“, sagte er dem NDR. Es würden alte Klischees bemüht und ihm Antisemitismus unterstellt.
„Gehässigkeit ohnegleichen“
„In einer der Springer-Zeitungen stand, der ewige Antisemit, das ist eine Umkehrung des ’ewigen Juden’“, erklärte Grass. „Das ist schon verletzend und einer demokratischen Presse nicht würdig.“ Im ZDF beklagte Grass eine „Gehässigkeit ohnegleichen“. „Ich werde hier an den Pranger gestellt“, sagte er.
Hier mal:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/?rssview=1
ach so ja:
Internationale Pressestimmen
http://www.sueddeutsche.de/kultur/reaktionen-auf-umstrittenes-gedicht-guenter-grass-will-sich-aeussern-1.1326869
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Kategorie(n): Kultur Bunte Welt
