09.03.2011 00:57
Allah & Alaaf!
Daniel Issing
Die närrischen Tage neigen sich langsam aber sicher dem Ende entgegen, dem bunten Treiben der Karnevalisten wird das aber dennoch keinen Einhalt gebieten. Lustig verkleidete Menschen in schwarzen Ganzkörperkostümen oder im Predigergewand setzen ihr munteres Spektakel, in dessen Genuss auch Europa in den letzten zehn Jahren kommen durfte, konsequent fort. Die Europäer präsentieren sich indes als guten Gastgeber, die sich seit Jahren darin übertrumpfen, besonders kreative Ausreden für die offensichtlich nicht nur in der Hauptsaison aktiven Narren und Närrinnen zu präsentieren.
Freilich gerät die ganze Sache auch ab und zu mal etwas aus dem Ruder, wenn sich jemand daran zu sehr beschwipst; oder ein wenig übereifrig bei der Verteidigung des islamischen Karnevals agiert. Am Frankfurter Flughafen ist das neulich passiert; als ein junger Mann unter “Allahu Akbar"-Rufen glatt zwei amerikanische Soldaten ermordete und zwei weitere verletzte. Ein tragischer Vorfall sicherlich, nur muss man in diesem Fall wissen, dass der Jeck natürlich nicht aufgrund von Böswilligkeit die Tat beging, sondern natürlich von den Amerikanern, die bekanntlich den Imperialismus symbolisieren, der für die Armut der dritten Welt verantwortlich ist, provoziert wurde, und sei es nur durch ihre bloße Existenz.
Ebenso offensichtlich ist es in diesem Zusammenhang, dass es keine Verbindung zwischen dem Täter, pardon, dem verzweifeltem jungen Mann und den gemäßigten Karnevalsvereinen wie der Hamas oder überhaupt dem islamischen Karneval an sich gab. Pierre Vogel jedenfalls, der designierte Nachfolger des bisherigen Chefclowns Muammar Gaddafi, äußert klar und deutlich seine Ablehnung: „Ob jemand wahllos Menschen tötet, indem er eine Bombe legt, oder aus Wut einen Soldaten erschießt, der am nächsten Tag selbst andere Menschen töten würde, macht für uns einen großen Unterschied.“
Ein bisschen peinlicher ist da schon der Aussetzer des bereits erwähnten Fastnachtspräsidenten der islamisch-sozialistischen Republik, Gaddafi. Der hat es im allgemeinen angeheiterten Zustand nicht bei zwei Soldaten gelassen, sondern schon mehrere hundert Menschen zur Strecke gebracht. Das bringt nun auch seine europäischen Freunde in Erklärungsnot, die ihn stets als Vorzeigetyrann präsentiert hatten. Um Schaden von der Sache abzuwenden, ist seine Nachfolge deshalb bereits geregelt, man möchte sich die Party ja nicht durch einen schlimmen Kater vermiesen lassen.
Und in diese Atmosphäre des fröhlichen Mordens und Mordrechtfertigens platzt nun der gewohnheitsmäßige Spielverderber Hans-Peter Friedrich, seit kurzem deutscher Innenminister, mit einem völlig verfehlten und kurzsichtigen Statement hinein. Dieser behauptet doch tatsächlich, der Islam würde nicht zu Deutschland gehören, und fordert so, da sind sich die Experten einig, gewissermaßen die Abschiebung aller gläubigen Muslime aus Deutschland. Und das nur, weil ein paar Übereifrige die gute Idee für ihre eigenen Ziele ausschlachten, so wie damals der Führer den gut gemeinten Nationalsozialismus ausnutzte und ihn bis zur Unkenntlichkeit entstellte.
Da muss man sich gar nicht mehr fragen, über wen man sich mehr aufregen muss. Nieder mit Friedrich, dem übellaunigen Hassprediger! Wir lassen uns den islamischen Fasching auch im zehnten Jahr nach 09/11 nicht nehmen!
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Kategorie(n): Satire
