26.07.2010 10:17
Willkommenskultur
Annette Schavan fordert die Zuwanderung gut ausgebildeter Fachkräfte nach Deutschland und eine neue Willkommenskultur, um Deutschland attraktiv zu machen. Wir haben bekanntlich Vollbeschäftigung; die von der Arbeitsagentur Betreuten können nicht, die sind mit Bewerbungsschulungen ausgelastet.
Wenn Deutschland attraktiver wird, hätten wir vielleicht alle was davon, zu denken wäre daran, dass man in Freibädern unbehelligt baden kann und dass Polizei und Justiz Rechtssicherheit garantieren. Bisher ist die Willkommenskultur eher auf Unqualifizierte ausgerichtet; sie dürfen Vierzehnjährige heiraten und brauchen die Schule nur zu besuchen, um sich neue Jacken und Handys zu beschaffen oder die Kundschaft mit Stoff zu versorgen. Vielleicht wollte Annette Schavan damit subtil ausdrücken, dass wir den bisher Zugezogenen zeigen sollen, dass es auch anders geht.
Aber Moment mal, Annette Schavan, die ist doch Bildungsministerin? Mit eingeschränkter Kompetenz zwar, weil Bildung hauptsächlich Ländersache ist, aber doch irgendwie zuständig für Qualifikation? Was sie fordert, ist das Gegenteil von dem, wofür sie Ministerin ist.
Das wäre so, als wenn zu Guttenberg die Bundeswehr wegen Unzulänglichkeit abschafft und den Zuzug von Soldaten fordert. Oder wenn Schäuble und Brüderle Wirtschaft und Finanzämter zumachen und die Einwanderung von Reichen fordern, denen man Vermögenssteuer abnehmen kann.
Vielleicht plant Annette Schavan auch nur weiter; um konkurrenzfähig zu bleiben, kann Deutschland auch dafür sorgen, dass den anderen Ländern ihre Qualifizierten abgeworben werden.
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Kategorie(n): Wissen
