Bernd Zeller 29.07.2010 10:09 +Feedback
Zu viele Problemverstärker
Kritik am falsch verstandenen Islam und den irregeleiteten Islamisten zieht sich, da es sich bei ihnen größtenteils um Leute mit ethnischen Wurzeln und daraus resultierender Kultur handelt, den nicht näher zu untersuchenden Verdacht zu, hier würde, billigend inkaufgenommen oder unbemerkt, die ausländerfeindliche These vertreten, demnächst gäbe es vielleicht doch zu viele Ausländer in Deutschland oder unter den Ausländern zu viele mit Migrationshintergrund. Wir wollen diesem Verdacht nicht ausweichen, sonden analytisch behandeln.
Ob etwas zu viel ist, richtet sich nach dem Bezugssystem. Jede Bereicherung erreicht ihren Sättigungsgrad. Deshalb ist zu erfragen, woran ein „zu viel“ gemessen werden soll.
Deutschland ist schon immer multikulturell, alle glauben, nicht die typischen Deutschen zu sein und sich von der Mehrheit abzusetzen, jeder findet sich mit seiner Meinung dem Mainstream diametral entgegengesetzt, diskriminiert und verfolgt. Das ist auch gut so, das ist das Zeichen einer pluralistischen Gesellschaft. Gemessen an einem Gemeinwesen, das diese Werte nicht nur beansprucht, sondern vertritt, hat die Frage nach der Zahl der Zugezogenen den gleichen Sinn wie die, ob der Tag zu viele Stunden hat oder ob ein Kilometer zu lang ist. Hätten wir
ein Feuilleton, das gegen die islamische Unkultur immun ist, eine Justiz, die für Rechtssicherheit sorgt, Schulen, die sich für die Bildung zuständig fühlen und entsprechende Leistungen verlangen, eine Zivilgesellschaft, die Ehrenmorde und Ehrenvergewaltigungen nicht duldet, würde die Gesellschaft durch mehr Mitglieder verstärkt. Probleme, die sich aus rückständigen Lebensauffassungen ergeben, würden dank gesellschaftlicher Ächtung zurückgedrängt.
Gemessen an den Zeitungsbonzen, die ihr gutes Gewissen über die Opfer ihrer Beschwichtigungen stellen, Richtern, die als Urteilsbegründung anführen sollten: „So kriege ich den wenigsten Ärger—die wissen, wo ich wohne“, Polizisten ohne Gefahrenabwehrkompetenz, Toleranztrotteln mit der Haltung „nicht mein Problem, und von anderen hat noch niemand was gehört“, Dialogdeppen, die nicht wissen wollen, ob ihre Dialogpartner überhaupt an Dialog interessiert sind und die sich nur selbst ins Spiel bringen möchten, Wegsehern, Verniedlichern, Herunterspielern, Einknickern, die damit die angebotenen Probleme zu Lasten anderer verschieben und somit ihr Anwachsen verursachen, gemessen an diesen Problemverstärkern: ja, da gibt es zu viele Ausländer.
Das ist eine komplexe Aussage, sie ist zusammengesetzt aus drei Graden von Sätzen. Merkmal der Problemverstärker ist, dass sie zur Aufnahme von maximal einem imstande sind.
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Kategorie(n): Wissen


