Dirk Maxeiner 10.12.2011 14:56 +Feedback
Wünschelruten Update: Die Gespenster lauern überall
Nach meiner Meldung „Wünschelruten jetzt Wissenschaft“ ist eine im folgenden zitierte und an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf verfasste Diplomarbeit „Geomantische Stadtraumerweiterung“ im Netz nicht mehr auffindbar. Einen Hinweis auf die Einser(!)-Arbeit habe ich aber immerhin noch hier gefunden.
Ein Leser hat auch noch einige aufschlussreiche Informationen aus der Arbeit abgespeichert. Die FH Weihenstephan scheint demnach ein Hort der Pseudowissenschaft zu sein. Aus der Arbeit:
“An der FH-Weihenstephan wurden zu diesem Thema bereits vier Diplomarbeiten verfasst:
- Petra Gehringer, 1996, Geomantie - eine vergessene Dimension in Stadt- und Landschaftsplanung
- Bettina Fritsch, 1998, Vom Haselstrauch über die Wünschelrute zum umgestalteten Hausgarten
- Gerlinde Gasteiger, 2001, Geomantie als Grundlage eines konzeptionellen Entwicklungsprojektes in Burgweinting / Regensburg
- Sebastian Gundler, 2005, Der Vastu - Modellgarten in Loosdorf / Niederösterreich. Gestaltung einer Außenanlage nach den Prinzipien der indischen Lehre Vastu.
Doch auch anderswo ist das Thema im Herzen des Wissenschaftsbetriebs angekommen:
An der FH Hannover hat Geomantielehrer Prof. Hensch (emeritiert) mehrere Diplomarbeiten über Geomantie betreut.Ein Beispiel einer Doktorarbeit ist von Ass. Prof. Dr. techn. Dipl.- Ing. Jörg Purner, welcher an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck lehrt. Er schrieb 1981 über „Radiaesthetische Untersuchungen an Kirchen und Kultstätten“.
Folgende Hochschulen haben laut dieser Quelle Geomantie oder Feng Shui in den letzten 15 Jahren in Form von Einzelvorträgen, Vortragsreihen oder gar Lehraufträgen in Vorlesungen aufgenommen:
- Ludwig Maximilians-Universität München, Fachbereich Architektur
-TU München-Weihenstephan, Fachbereich Landespflege
- FH Weihenstephan, Fachbereich Landschaftsarchitektur
- Gesamthochschule Höxter, Fachbereich Landschaftsplanung
- TU Dresden, Fachbereich Städtebau
- FH Hannover-Nienburg, Fachbereiche Architektur + Studium Generale
- TFH Berlin, Fachbereich Grünplanung
- TU Berlin, Fachbereich, Fachbereich Gesellschaft und Umwelt
- FH Kassel-Witzenhausen, Fachbereich Landschaftsplanung
- Universität für Bodenkultur Wien, Fachbereich Landschaftsplanung
- FH Oldenburg, Fachbereich Architektur
- Hochschule Wädenswil /Schweiz
Eher unter dem Aspekt „freie Marktwirtschaft“ oder auch „jeden Tag kommt ein Dummer aus dem Hauptbahnhof“ würde ich hingegen folgende Entwicklung sehen:
So soll der Feng Shui Berater D. I. Herbert Gradl seine Analyse und Beratung nicht nur für das Büro des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München (Christian Ude) zur Verfügung gestellt haben, sondern auch für die geomantische Optimierung einer Bahntrasse der Österreichischen Bundesbahn gesorgt haben.
Die Angaben sind dieser Informationsquelle zu entnehmen, in der noch viele weitere unterhaltsame Geschichten aus der Abteilung „unglaublich aber wahr“ zu finden sind.
Es gibt schon zahlreiche Neubaugebiete, dier auf geomantischen Untersuchungen aufgebaut sind oder nach Feng Shui geplant wurden. Auch hier zeigt es sich, dass bei manchen Bürgermeistern und Gemeinde- oder Stadträten der Virus ausgebrochen ist:
- Siedlungsprojekt Rangsdorf; http://www.axis-mundi.info - Wohnbebauung Altperlach; http://www.geomantie.de
- Schwabach; http://www.lemkearchitektur.de - Massing; http://www.massing.de
- Scheinfeld; http://www.an-der-talaue.de
- Bocholt; http://www.wohnen-am-fluss.de
- Schleswig; http://www.auf-der-freiheit.de “
Der erfahrene Geomant braucht nicht einmal vor Ort zu sein:
“Auf den Karten kann man mit der Hand die Energieströmungen feststellen. Dazu lässt der Geomant seine Hand leicht und absichtslos knapp über der Karte entlangstreifen. Dabei gibt es Punkte, welche schwer zu überstreifen sind und es zeigen sich Richtungen, wo die Hand wie von selbst entlang streift. Diese zeigen den Energiefluss. „Die Wahrnehmung mit Hilfe einer geographischen Karte ist möglich, wenn wir uns vorstellen, daß die Zeichnung auf der Karte als Abbild der realen Situation auf dem Gelände mit letzterer in Resonanz steht. Wenn gewisse Kraftphänomene auf der Karte erspürt werden, so heißt dies, dass der Wahrnehmende durch das Abbild auf der Karte mit Hilfe der Resonanzbrücke in Wirklichkeit mit der Realität der zu untersuchenden Gegend in Kontakt gekommen ist und dass er fähig ist, diese zu erspüren, als würde er mit seinem Körper durch das betreffende Gelände wandern.“ (Alles aus der Diplomarbeit der FH Weihenstephan „Geomantische Stadtraumerweiterung, siehe oben).
Schon älter ist die “Erkenntnis”, dass man mit diesen “Messmethoden” konventionelle und biodynamisch angebaute Getreide voneinander unterscheiden kann.
Die Durchführung von Hautwiderstandsmessungen nach der Methode Dr. Hartmann ist eine zuverlässige Methode zum Nachweis der biologischen Wirkung von geopathogenen Zonen (Wasseradern, Verwerfungen, Gitternetze), technischen Hausinstallationen und Baustoffen auf den Menschen. Auch die Wirkung von Medikamenten oder anderen Gegenständen (Edelsteine, Schmuck usw.) auf eine Person kann man mit dieser Methode beurteilen. Wilhelm Martin, Ehrenvorsitzender des Forschungskreises für Geobiologie Dr. Hartmann e.V., hat viele hundert Messungen durchgeführt und ist Spezialist auf diesem Gebiet. Er hat mit Prof. Manfred Hoffmann (FH Weidenbach/Weihenstephan) mit dieser Messmethode sogar eindeutige Unterscheidungen zwischen Getreide im „konventionellen“ und „bio-dynamischen“ Anbau im Blindversuch festgestellt.
http://www.geobiologie.de/georyhthmogramm.html
Prof. Hoffmann, von 1978 bis 2002 Professor im Bereich Verfahrenstechnik an der FH Weihenstephan, wurde 2002 emeritiert.
übrigens kann man schon seit Jahren über das Internetangebot der Architektenkammer NRW seinen Architekten mit dem Tätigkeitsschwerpunkt “Feng Shui” auswählen. ( http://www.aknw.de/wir_ueber_uns/architektenliste/index.phtml )
Der Tätigkeitsschwerpunkt “Spuk - und Poltergeistbekämpfung” sollte auch dringend aufgenommen werden.
Und Last but not least: In Österreich wurde bereits 2001 der Esoteriker Johann Grander mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.
Ich danke den zahlreichen Lesern, die diese Informationen zusammengetragen haben.


