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  10.10.2009   17:20   +Feedback

Wider das bequeme Europa

"Ich vertraue der Sprache nicht”, sagt Herta Müller, und die skrupulöse Dichterin meint die Sprache der Literatur selbst und damit jene Worte, die Erinnerungen in die Gegenwart transportieren.Wohlgemerkt: Hier wird dem eigenen, bereits schmerzhaft selbstreflexiven Schreiben eine zusätzliche Sonde eingesetzt und nicht irgendeine oberflächliche Kulturkritik zelebriert.Dazu hat Herta Müller ihre publizistischen Einsprüche nie inflationär werden lassen, sondern gerade richtig dosiert: So etwa in ihren Wortmeldungen wider die bundesdeutsche Nonchalance im Umgang mit der DDR-Vergangenheit.Es wäre eine Illusion, zu hoffen, dass ihr Misstrauen gegen die Sprache auch nur die geringste Spur bei jenen Hartleibigen hinterlassen könnte, die ja von ihren medial verbreiteten Lebenslügen leben, einem Sound zwischen “Wir mussten ja” und “Es war nicht alles schlecht”, der 1945 begann und in neuer Notenführung nach 1989 noch einmal so richtig anschwoll
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article4795279/Wider-das-bequeme-Europa.html

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Kategorie(n): Kultur 

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