Fundstück 27.08.2012 22:02 +Feedback
Wichtig ist auch die Betäubung der Eltern…
Der Deutsche Ethikrat hat sich für die Beschneidung von Jungen ausgesprochen - aber mit Auflagen. Die Auflagen können aus Watte, Gummi oder auch Styropor sein, das ist Sache der Religion. Die Beschneidung muss medizinisch fachgerecht durchgeführt werden, auf keinen Fall vom Veterinär oder Friseurmeister, schon gar nicht von einem IT-Experten, obwohl der sich mit Schnittstellen auskennen sollte. Wichtig ist auch die Betäubung der Eltern, die nur mit Zustimmung des Kindes stattfinden darf. Eine Betäubung des Beschneiders kann erfolgen, aber nur, wenn sie medizinisch fachgerecht durchgeführt wird. Die Beschneider müssen examiniert werden, das heißt, Beschneider wird Ausbildungsberuf, und man kann es je nach Fleiß zum Beschneidergesellen oder Beschneidermeister bringen. Der Ethikrat regte darüber hinaus einen Runden Tisch an, auf dem auch Beschneidungen stattfinden können, falls der Tisch vorher örtlich betäubt wurde. Der Tisch darf keinesfalls beschnitten werden, sonst wäre er ja eckig. Eine Vorratsvorhautspeicherung ist nicht vorgesehen. http://www.welt.de/print/die_welt/article108791112/Zippert-zappt.html
Siehe auch:
The long-delayed policy update comes as sentiment against circumcision is gaining strength in the United States and parts of Europe. Circumcision rates in the United States declined to 54.5 percent in 2009 from 62.7 percent in 1999, according to one federal estimate. Critics succeeded last year in placing a circumcision ban on the ballot in San Francisco, but a judge ruled against including the measure. http://www.nytimes.com/2012/08/27/science/benefits-of-circumcision-outweigh-risks-pediatric-group-says.html?_r=1&emc=eta1
What’s gone wrong between the Jews and Wilders? For a start, Wilders’s Party for Freedom, known as the PVV in Dutch, has repeatedly come out in favor of a law that would prohibit slaughtering unstunned animals. Wilders’s steadfast opposition to ritual slaughter (“shehita” in Jewish halachic parlance) is intended to antagonize Holland’s 850,000 Muslims — but it would also affect the country’s 30,000 Jews… But shehita is not the end of the story. He who opposes ritual slaughter might also oppose ritual circumcisions, some observers fear. That controversial issue — which in neighboring Germany has already caused the Jewish community real problems — will be debated soon in the Dutch parliament, one former Wilders ally has predicted, and the PVV will again take a position sure to vex the Jewish community. http://www.timesofisrael.com/crusading-against-muslim-rituals-and-rites-geert-wilders-alienates-the-jews/
Die Entscheidung der Eltern für diese Operation ist eine Identitätsfrage mit ihrer Relegion und ist ein Teil ihrer Religionsfreiheit. Durch das Verbieten der Operation werden die Rechte der Eltern verletzt und sie fühlen sich vom Gesetz bevormundet. Sie werden als normale Eltern sogar kriminalisiert und es wird ihnen eine Körperverletzung vorgeworfen! Wo bleiben die Rechte der Kinder, wenn die Eltern eine wichtige Impfung für das Kind ablehnen? Oder dürfen die Eltern ein Tatoo oder Piercing bei ihren Kindern durchführen lassen? https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_07/_03/Petition_25641.html
Matthias Bertsch gibt einen Überblick über den Stand der Beschneidungsdebatte in dieser Woche.
http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/babylon/201208/177994.html
Es wäre pervers, wenn sich - weltweit als Einzige - ausgerechnet die Deutschen anheischig machten, Juden mit Geld- und Haftstrafen zu erziehen. Nach dem Kölner Urteil ist auch gesagt worden, gerade die Deutschen hätten aus ihrer Vergangenheit zu lernen, die Menschenrechte zu achten und Minderheiten, in diesem Fall die jüdischen und muslimischen Kinder, mit Strafurteilen gegen ihre Eltern zu schützen: Solches Reden ist frevlerische Hybris. Ein Recht, das die eigene Unrechtsgeschichte noch kaum verarbeitet hat, sollte es meiden, sich selbstgerecht aufzublasen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/beschneidung-wo-das-recht-seine-grenzen-erreicht-1.1450827
Den Schöpfern des Grundgesetzes dürfte daher wahrscheinlich bekannt gewesen sein, dass jüdische und muslimische Knaben im Säuglings- und Kindesalter beschnitten werden. Diese zu den Fundamenten beider Religionen gehörenden Riten dürften somit als deren integraler Bestandteil von den Verfassern des Grundgesetzes bei der Formulierung dieser Grundrechte beachtet und nicht in Zweifel gezogen worden sein. http://www.tagesspiegel.de/meinung/grundrecht-auf-beschneidung/7055052.html
Die SPD-Abgeordnete und Kinderbeauftragte Marlene Rupprecht zeigte sich ebenfalls skeptisch. Die Bundesjustizministerin müsse mit dem Gesetz zur rituellen Beschneidung von Jungen die “Quadratur des Kreises” schaffen. Auf die Feststellung des Zentralratspräsidenten der Juden, Dieter Graumann, ohne Rechtssicherheit für Beschneidungen sei jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich, sagte Rupprecht, dies sei ein “Totschlagargument”. Man könne nicht sagen: “Wir hatten den Holocaust, also haben wir jahrhundertelang nichts zu kritisieren.”
http://www.welt.de/newsticker/news3/article108804777/Zweifel-an-schneller-gesetzlicher-Loesung-fuer-Beschneidungen.html
Die meisten Säuglingsbeschneidungen würden im liberalen Bereich bereits von Ärzten mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt, sagt Sonja Guentner, Vorsitzende der Union progressiver Juden in Deutschland. Klärungsbedarf sieht sie aber noch bei der Frage, ob der Säugling betäubt werden sollte oder nicht. http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-ueber-beschneidung-angst-vor-strengen-auflagen-1.1450822
Zunächst einmal ist die Beschneidung für Juden und auch für Muslime ein religiöses Gebot, das man nicht einfach so weglassen kann, weil es gerade mal nicht in den Zeitgeist passt. Aber auch als Urologin kann ich sagen, dass eine Beschneidung an sich und der Zustand des Beschnitten-Seins hernach eine sehr sinnvolle Sache ist.Es geht da vor allem um die Körperhygiene… http://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-bayern/schwerpunktartikel/kein-normales-j%C3%BCdisches-leben-deutschland
Die Kulturkämpfer sind Antisemiten reinsten Wassers. Einen solchen Vorwurf weisen sie wutentbrannt von sich: Sie hätten doch nichts gegen die Juden - natürlich nicht, solange nicht wichtige jüdische Ansprüche geltend gemacht werden. Sie könnten doch selbst zuhauf Juden nennen, die gegen die Beschneidung auftreten - eine Variation des alten Huts von den “vielen jüdischen Freunden, die man kennt”. http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/1271362/Jetzt-endlich-haben-wir-sie
Niemand hat sich bislang damit beschäftigt, was eigentlich mit den abgeschnittenen Vorhäuten geschieht. Außer uns. Die Häutchen landen nämlich nicht, oder zumindest nicht immer, in den Verbrennungsöfen der Krankenhäuser, wo sie zusammen mit Blinddarmwurmfortsätzen und unbrauchbaren Gallenblasen eingeäschert werden. Nein, Babyvorhäute sind ein wertvoller pharmazeutischer Rohstoff zur Gewinnung von Hautzellen, die man zu Heilmitteln verarbeitet. http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article108767008/Die-Vorhaut-als-Vorhut.html
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Kategorie(n): Inland

