Dr. Oliver Marc Hartwich 22.01.2007 16:25 +Feedback
Wer hat an der Uhr gedreht?
Die Antwort auf diese Frage lautet Tim Yeo. Der konservative Umweltpolitiker, der zuletzt durch seine Forderung nach einem Verbot von Inlandsflügen und merkwürdige Reiseberichte auf sich aufmerksam machte, schlug vor, die Briten sollten aus Gründen des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit ihre Uhren ganzjährig um eine Stunde vorstellen. Ein Gesetzentwurf von ihm wird in dieser Woche im Parlament beraten.
“Doppelte Sommerzeit” nennt Mr Yeo seinen Vorschlag. Man könnte darin allerdings auch den Beitritt Englands zur Mitteleuropäischen Zeitzone sehen, was dem europhilen Politiker wahrscheinlich gefallen dürfte. Aber so kann man natürlich auf der Insel nicht argumentieren. Wer möchte schon, dass Londoner und Brüsseler Uhren dieselbe Zeit anzeigen?
Die Erfolgsaussichten für eine Zeitumstellung in England sind allerdings gering. In der Vergangenheit gab es fast jedes Jahr ein entsprechendes Gesetz, wobei die Parlamentarier kreativ bei der Namensfindung waren: Lighter Evenings Experiment Bill, The Lighter Evenings Bill, Extension to Summer Time Bill, Time Zone and Summer Time Devolution Bill, British Time (Extra Daylight) Bill, Western European Time Bill, Central European Time Bill oder auch Summertime (Amendment) Bill. Sie alle scheiterten.
Mr Yeo dürfte sich der schlechten Chancen seiner Initiative bewusst sein. Aber einen erneuten Versuch ist es doch wert. Schließlich könnte Yeo im Erfolgsfall demnächst abends länger Golf spielen.
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Kategorie(n): Ausland Bunte Welt

