Alan Posener (Gastautor) 20.12.2008 15:37 +Feedback
Weltkirchenrat wertet iranisches Regime auf
Am 15. und 16. Dezember trafen sich Vertreter des Weltkirchenrats und des “Center for Interreligious Dialogue of the Islamic Culture and Relations Organization” zu einem “Dialog über Religion und friedliche Koeexistenz” in Teheran. Bekanntlich ist das Teheraner Zentrum nichts anderes als ein Propagandainstrument des Mullah-Regimes, das unter der Leitung des Wächterrats steht. Der Hauptzweck solcher Treffen aus Sicht des Teheraner Regimes besteht in der legitimisierung ihrer Positionen, zu denen die Tilgung Israels aus dem Buch der Geschichte gehört. Dennoch entblödeten sich die Vertreter des Weltkirchenrats nicht, mit diesen Dunkelmännern eine gemeinsame Erklärung zu verabschieden - wie einige Monate zuvor der Vatikan. (Kommentar dazu hier.)
Was an der Erklärung besonders auffällt, außer dass die beiden jüngeren Brüder des Judentums den älteren Bruder mit keinem Wort erwähnen, ist die unter vielfältigen Platitüden versteckte Aufforderung zur Untergrabung der offenen Gesellschaft. So heißt es unter Punkt 5:
“Peaceful coexistence between Christians and Muslims should be based on their equal participation and shared responsibility towards society and each other. This includes recognizing and respecting one another’s religious and civil rights, and taking a common stand whenever the rights of religious communities are violated and whenever irresponsible media try to present a distorted image of any particular religion, offending its symbols and followers.”
Wer natürlich “irresponsible media” sind, was ein “distorted image” der jeweiligen Religion ist, und wann dessen Symbole und Anhänger als beleidigt zu gelten haben, so dass gegen jene “unverantwortlichen Medien” die gemeinsame Front der Gottesfürchtigen einschreiten muss - das bestimmen die Gottesfürchtigen selbst.
Ohne auf Teheran zu warten, schreiten derweil Evangelikale in Deutschland zur Tat.
Meanwhile, back in the Vatican…
... kuschelt man mit WICSern:
ROM, 16. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Vertreter der katholischen Kirche und des Islam tauschen sich gegenwärtig im Vatikan über die Verantwortung von Religionsführern aus. Das Treffen, das am gestrigen Montag begann und bis zum morgigen Mittwoch andauert, wurde vom Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog organisiert.
Die islamischen Gesprächspartner gehören zur „Word Islamic Call Society“ (WICS) mit Sitz in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Die libyschen Staat getragene und finanzierte Vereinigung bemüht sich um die Verbreitung des Islams. Diese Organisation ist vor allem in Afrika, aber auch in Europa tätig.
(...)
Amar Hariba von der World Islamic Call Society (WICS), die weltweit islamische Zentren errichtet und Koranübersetzungen bereitstellt, nannte bei der Wiener Imane-Konferenz im Jahr 2006 „die Beleidigung des Propheten im Namen der Meinungsfreiheit” ein „Verbrechen”, das man nicht unter den Teppich kehren dürfe. Bei der Eröffnung der Konferenz forderte er von der EU, ein Gesetz zu erlassen, „um solche Beleidigungen zu verbieten”.
Diese von der libyschen Regierung mitgetragene Organisation mit ihren Unterabteilungen, wie der „World Assembly of Muslim Youth“ (WAMY) in Bahrein oder der „Federation of Islamic Organizations in Europe“ (FIOE) mit Sitz in London, sind auf Missionstätigkeit eingestellt und den Muslimbrüdern zu zuordnen.
Am Mittwoch will Papst Benedikt die Teilnehmer zu einer Audienz empfangen…
(Von Angela Reddemann)
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