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  31.01.2012   17:20   +Feedback

Warum Demokratie manchmal eine eher blöde Idee ist

Vor der Demokratie zu warnen hat in der abendländischen Philosophiegeschichte eine lange Tradition. Der Historiker Polybios schrieb, dass die Demokratie eine Neigung habe, zur Ochlokratie zu verkommen, zur Herrschaft des Pöbels - in der Pöbelherrschaft aber warte immer schon ein Tyrann hinter den Kulissen, der dann im Namen des Volkes den Laden übernimmt. (Ein Beispiel für diese These, von dem Polybios allerdings noch nichts wissen konnte: Napoleon.) Immanuel Kant stand im 18. Jahrhundert mit beiden Beinen fest in dieser philosophischen Tradition. In seiner Schrift “Zum ewigen Frieden” bestimmte er, die Demokratie sei “im eigentlichen Verstande des Wortes notwendig ein Despotism, weil sie eine exekutive Gewalt gründet, da alle über und allenfalls auch wider Einen (der also nicht mit einstimmt), mithin alle, die doch nicht alle sind, beschließen; welches ein Widerspruch des allgemeinen Willens mit sich selbst und mit der Freiheit ist.” Wir kommen noch darauf, was diese hellsichtigen Worte bedeuten.

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(Hannes Stein)


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Kategorie(n): Wissen 

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