27.10.2009 18:55 +Feedback
Wann Islamismus mit Nazitum gleichgesetzt wird
Gideon Böss fragt im Artikel http://debatte.welt.de/weblogs/4881/boess+in+berlin/165249/ein+ganz+normaler+mordaufruf, warum die Empörung ausbleibt beim Mordaufruf gegen Seyran Ates, die es gegeben hätte, wenn er nicht von Islamisten, sondern Neonazis stammen würde. Die Antwort ist: weil diese Drohung ernst ist.
Gegen Neonazis zu sein, ist vergleichsweise risikolos. Moment, bitte weiterlesen: natürlich besteht
ein nationalsozialistisches Restrisiko tatsächlich, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man zum Objekt eines Mordanschlags von denen wird, steigt nicht dadurch, nazikritisch zu sein, sondern hängt eher von Faktoren ab wie Lebkuchenmesser auf dem Fensterbrett. Dagegen ist in der grüninfantilen autoritäts- und identitätslosen Weicheigesellschaft das, was Ärger einbringt, böse. Lieber macht man sich gemein mit dem, was man eigentlich fürchtet. Oder tut so, als ginge das alles einen nichts an.
Die Taliban könnten gefährlich werden? Statt die gesamte Bundeswehr hinzuschicken, lassen wir es lieber und ziehen ab. Die Moslems könnten beleidigt sein? Au weia, dann ist der Anlass böse, denn die Folge ist schlimm. Und wer über den Mordaufruf an Seyran Ates berichtet, kann nur rassistische Motive haben, denn sonst müssten wir etwas dagegen tun und würden vielleicht selbst zum Objekt und das wäre schlimm also böse.
Wir haben von nichts gewusst und was hätten wir machen sollen.
Früher wollten sich Staatsanwälte und Richter dadurch profilieren, als scharfer Hund zu gelten. Heute haben sie einfach weniger Stress, wenn sie „nicht etikettieren“.
Einen Kampf gegen Islamismus wird es nicht geben. Verständnis für Nazi-Schläger wird es erst geben, wenn in einigen wichtigen Ländern Faschismus herrscht und die dortigen Herrscher die hiesigen Nazis als ihre Leute ansehen.
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