Richard Wagner 14.10.2009 00:40 +Feedback
Vom demokratischen Untertan
Die ganze Welt (Deutschlands) kennt Thilo Sarrazin. Wie’s kommt? Für die es immer noch nicht erfahren haben sollten: Der Mann hat in einem fußballfeldgroßen Gespräch in der Zeitschrift „Lettre international“ an einer lupenbedürftigen Stelle in etwa die Meinung geäußert, Berliner Türken und Araber seien weder integrationswillig noch integrationsfähig.
Der Mann ist in der SPD, und die Zeitschrift gilt als eines der letzten kosmopolitischen Aushängeschilder der linksliberalen europäischen Intelligenzja. Ihr Gründer, Antonin Liehm, war einer der Protagonisten des Prager Frühlings, des demokratischen 68, im Unterschied zu, Sie wissen schon wem.
Sarrazins Meinung teilen laut EMNID-Umfrage 51% der Deutschen. Sie sind in folgenden Parteien anzutreffen: SPD, CDU/CSU, FDP und Linke. Nur die Grünen machen eine Ausnahme. Sie teilen bekanntlich ihre geräumigen Altbauwohnungen in Schöneberg und Charlottenburg mit Arabern und Türken, die sie behutsam integrieren. Und das ein Leben lang.
Man wird den Eindruck nicht los, dass sich manche der Frauen unter ihnen extra freuen, weil sie endlich wieder Fotzen genannt werden können, ohne es dem Mann verbieten zu müssen. Schließlich geht es um die andere Kultur. Und die Grünen-Männer? Wieder einmal beim Strick-und Wickelkurs verloren gegangen, und jetzt irgendwo heimlich beim Skat, oder stehen sie einfach nur vor dem geerbten Gründerzeithaus, um dem Windrad zuzusehen, um zu sehen, wie der Wind sich dreht?
Der unbelehrbare Sarrazin hat die Quittung erhalten. Sein Arbeitgeber, die Bundesbank, hat sich dazu entschieden, ihm die Kontrolle über den Bargeldverkehr zu entziehen. Kann mir jemand den Zusammenhang erklären? Den, zwischen Bargeldverkehr und Äußerungen zur Integration? Oder gar zwischen Bargeld und Integration? Kontrolliert die Bundesbank die öffentlichen Äußerungen zur Integration? Nein, sie wird von diesen Äußerungen kontrolliert. Auch sie. Man steht unter dem Druck der Öffentlichkeit. Auch die Bundesbank.
Wer aber ist diese Öffentlichkeit, wenn 51% der Deutschen Sarrazins Meinung teilen, und unter unseren erfolgreichen Einwanderern dürften es auch nicht weniger sein. Fragt sie bloß.
Welche Öffentlichkeit also? Es ist die einer lautstarken Minderheit von Berufsmoralisten und Scheinheiligen, die aus den liberalen Werten der Menschenwürde, der Toleranz und des Verständnisses eine Religion der Selbstaufgabe und des Relativismus gezimmert haben, deren Wächter sie nun stellen.
Sie haben aus der öffentlichen Meinung ein Instrument der Diktatur gemacht. Was im Stalinismus der „Spion“ war, ist hier, bei uns, der „Ausländerfeind“. Mit dem Fall Sarrazin wollen uns die Religionswächter ihre immerwährende Warnung zukommen lassen. Sie lautet: „Wer sagt, was er denkt, wird dafür bestraft“. Gefordert ist der Untertan. Der demokratische Untertan.


