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  30.01.2012   18:25   +Feedback

Vergesst die Erderwärmung! Wir sollten uns mehr Sorgen um den 25. Sonnenzyklus machen

Von David Rose
Neue Daten des Met Office (Meteorologischer Dienst Grossbritanniens) zeigen, dass sich die Erde in den letzten 15 Jahren nicht erwärmt hat.

Original erschienen in der Mail on Sunday am 29. Januar 2012

Der angebliche „Konsens“ über die menschengemachte Erderwärmung wird derzeit von einer unangenehmen Herausforderung konfrontiert, denn neue Temperaturdaten zeigen, dass der Planet Erde sich in den letzten 15 Jahren nicht erwärmt hat.

Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass wir vielleicht sogar auf eine kleine Eiszeit zusteuern könnten, wie der 70-jährige Temperatursturz der „Frostjahrmärkte“ auf der Themse im 17. Jahrhundert ermöglichte.

Auf der Basis von Messungen an über 30.000 Messstationen wurden diese Daten letzte Woche ohne große Ankündigung vom Met Office und der Climatic Research Unit (CRU) der Universität von East Anglia, herausgegeben. Damit wird auch bestätigt, dass der Erdwärmungstrend der globalen Temperaturen bereits 1997 zu Ende ging.

Führende Klimaforscher sagten der Mail on Sunday gestern, dass die Sonne, nach einer längeren Periode starker Energieabstrahlung während des 20. Jahrhunderts, nun einem „Großen Minimum“ an Emissionen entgegengeht, was zu kalten Sommern, bitteren Wintern und einer verkürzten Vegetationsperiode führen wird.

Der solare Energieausstoss unterliegt einem elfjjährigen Zyklus mit einer hoher Anzahl Sonnenflecken im Maximum des Zyklus. Heute befindet sich die Sonne auf einem solchen Höhepunkt, was Wissenschaftler den „Zyklus 24“ nennen – deutlicher Ausdruck dieses Maximums war der Sonnensturm letzte Woche, der dazu führte, dass Nordlichtern weiter südlich zu sehen waren als sonst üblich. Aber die Sonnenfleckenanzahl liegt unterhalb jener der Zyklen des 20. Jahrhunderts.

Eine Analyse von Wissenschaftlern der NASA und der Universität von Arizona – abgeleitet von Magnetfeldmessungen 120.000 Meilen underhalt der Sonnenoberfläche - suggeriert, dass „Zyklus 25“, dessen Maximum 2022 sein wird, noch sehr viel schwächer sein wird.

Gemäß einer Veröffentlichung des MET-Office von letzter Woche besteht eine 92-prozentige Chance, dass sowohl „Zyklus 25“ sowie die folgenden Zyklen der nächsten Jahrzehnte so schwach oder schwächer sein werden als das „Dalton Minimum“ von 1790 bis 1830. In diesem Zeitraum, benannt nach dem Meteorologen John Dalton, fielen die Jahresmitteltemperaturen in Europa um 2 Grad Celsius.

Gleichwohl besteht auch die Möglichkeit, das die kommende solare Schwächephase so niedrig ausfallen kann wie das sogenannte „Maunder Minimum“ (benannt nach dem Astronomen Edward Maunder) zwischen 1645 und 1715, also dem kältesten Abschnitt der „Kleinen Eiszeit“, als nicht nur die Themse zufror, sondern auch die vielen Kanäle in den Niederlanden.

Jedoch behauptet das Met-Office in seiner Publikation, dass die Konsequenzen jetzt vernachlässigbar wären – weil der Einfluss der Sonne auf das Klima viel geringer sei als das von Menschen freigesetzte Kohlendioxid. Obwohl der solare Energieausstoss wohl bis 2100 zurückgehen wird, „würde das zu einer Temperaturabnahme von höchstens 0,08 Grad Celsius führen“. Peter Stott, einer der Autoren, sagte: „Unsere Erkenntnisse zeigen, dass eine Reduzierung der Sonnenaktivität auf ein Niveau, dass wir seit hunderten von Jahren nicht gesehen haben, zu schwach wäre um den dominanten Einfluss der Treibhausgase außer Kraft zu setzen.“

Diese Befunde werden von anderen Sonnenexperten heftig bestritten.

„Die globalen Temperaturen koennen in die nächsten 50 Jahren und darüber hinaus deutlich kühler ausfallen als heute,“ sagte Henrik Svensmark, der Direktor für Sonnen-und Klimaforschung am nationalen dänischen Weltrauminstitut. „Es wird einen langen Kampf geben um einige Klimaforscher davon zu überzeugen, dass die Sonne eine bedeutende Rolle spielt. Es kann gut sein, dass die Sonne diese Debatte alleine entscheidet, ohne Hilfe der Klimaforscher.“

Er betonte, dass sich das Met Office bei der Behauptung, dass der Effekt des Sonnenmiminum klein sein würde, auf dieselben Klimamodelle verlässt, die durch die derzeitige Erwärmungspause untergraben werden.

Die atmospherische Konzentration von CO2 ist ohne Unterbrechung stetig gestiegen und in 2007 behauptete das Met Office, dass die globale Erderwärmung kurz davor stehe, „mit Schmackes zurückzukehren“. Das Met Office sagte, dass zwischen 2004 und 2014 mit einem Temperaturanstieg von 0,3°C zu rechnen wäre. Im Jahr 2009 sagte es voraus, dass mindestens drei Jahre zwischen 2009 und 2014 den Temperaturrekord von 1998 brechen würden.

Aber bis heute ist keine derartige Entwicklung erkennbar. Aber gestern insistierte ein Sprecher des Met Office, dass ihre Klimamodelle nach wie vor Geltung hätten.

„Die 10-Jahre-Projektion ist bahnbrechende Wissenschaft. Die Periode der Originalprojektion ist noch nicht vorbei,“ sagte der Sprecher.

Dr. Nicola Scafetta von der Duke University in North Carolina, USA ist Autor verschiedener Publikationen, in denen gemutmaßt wird, dass die Klimamodelle des MET-Office zeigen, dass „von 2000 bis heute eine kontinuierliche Erwärmung“ erfolgt haben sollte.

„Falls die Temperaturen gleich bleiben oder sogar abzukühlen beginnen, würde der Unterschied zwischen den Modellen und den Messwerten letztlich so groß werden, dass die ganze Klimawissenschaft die derzeitigen Theorien infrage stellen wird,“ sagte Scafetta.

Er glaubt, weil das Met Office Modell den CO2-Werten viel groessere Signifikanz zumisst als denen der Sonne, würde man dort sich verpflichtet fühlen zu beschließen, dass es keine Abkühlung gibt. „Der wichtigste Aspekt ist, ob das Modell in sich stimmig ist,“ sagte Dr. Scafetta. Eine der bedeutendsten Klimaexpertinnen Amerikas, Professorin Judith Curry vom Georgia Institute of Technology, sagte, dass die selbstsichere Met-Vorhersage eines „vernachlässungsbaren“ Einflusses schwierig zu verstehen sei.

„Ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Dingen ist das Eingeständnis, dass die Klimamodelle ernsthafte Mängel aufweisen, wenn es um den Einfluss der Sonne geht“ sagte Prof. Curry. Bezüglich der Erwärmungspause meinte sie, dass viele Wissenschaftler „nicht erstaunt sind“.

Sie behauptete, dass es offensichtlich würde, dass andere Faktoren als CO2 eine wichtige Rolle hinsichtlich Erwärmung oder Abkühlung spielten, etwa die 60-jährigen Wassertemperaturzyklen im Pazifik und Atlantik.

„Sie wurden in Bezug auf das Weltklima in ungenügender Weise gewürdigt,“ sagte Prof. Curry. Wenn beide Ozeane in der Vergangenheit kalt waren, zum Beispiel zwischen 1940 und 1970, kühlte sich das Klima ab. Der Pazifik-Zyklus „kippte“ vom warmen in den kalten Modus 2008, was man vom Atlantik in den nächsten Jahren ebenfalls erwartet.

Paul Brekke, ein ranghoher Berater am norwegischen Weltrauminstitut, sagte, dass fuer einige Wissenschaftler die Bedeutung der Wassertemperaturzyklen schwierig zu akzeptieren sei, weil sie damit zuzugeben muessten, dass den Ozeanen – nicht dem CO2 – die Hauptursache für die Erderwärmung zwischen 1970 und 1997 sind.

Dasselbe gilt für den Einfluss der Sonne – die waehrend der meisten Zeit des 20. Jahrhunderts hochaktiv war.

„Die Natur ist im Begriff, ein sehr interessantes Experiment durchzuführen,“ meinte Brekke. „In 10 oder 15 Jahren wissen wir wahrscheinlich ziemlich sicher, ob die Erwärmung gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine Folge menschengemachter CO2-Emissionen oder variabler Naturphänomene war.“

Seit Ende letzten Jahres ist die mittlere Globaltemperatur aufgrund des abkühlenden „La-Niña“-Effekts im Südpazifik um mehr als ein halbes Grad Celsius gefallen.

„Wir befinden uns nun schon weit in der zweiten Dekade der Erwärmungspause“, meinte Benny Peiser, der Direktor der Global Warming Policy Foundation. „Falls wir bis 2015 keine überzeugenden Befunde einer stattfindenden Erderwärmung auf dem Tisch haben, wird es klar werden, ob die Klimamodelle etwas taugen oder nicht. Falls nicht, könnten die Auswirkungen für einige Wissenschaftler sehr ernst werden.“

Übersetzung von GHE

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Kategorie(n): Klima-Debatte 

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