Gastautor 30.07.2011 21:22 +Feedback
Verdacht: führt eine Spur nach Frankfurt und Berlin?
Von Leon P. Weiss
Tilman Tarach hat das “Manifest” des Massenmörders etwas genauer unter die Lupe genommen, und dabei eine Entdeckung gemacht, die ein ganz neues Licht auf die Hintergründe des Anschlags wirft. Er weist darauf hin, dass Anders Breivik ein erbitterter Feind der Aufklärung ist: “Europe’s current problems are entirely self-inflicted. ... By subverting the roots of its own Judeo-Christian culture – a process that started with the French Enlightenment (...) –, a religious and cultural vacuum was created at the heart of European civilisation.” ("Manifest", p. 642)
Ein religiöses und kulturelles Vakuum infolge der Französischen Revolution, das klingt doch wie Edmund Burke. In Polenzscher Manier müsste man nun fragen: Wie verhält es sich eigentlich mit den Worten beispielsweise eines der großen “Aufklärer” der jüngsten Zeit, des “Panikmacher"-Autors Patrick Bahners, der Burke ausdrücklich zustimmt und gegen den “Fanatismus der Aufklärung” antritt? Ist die moderne westliche Gesellschaft, gegen die Breivik gemordet hat, nicht genau das, was Bahners angreift, wenn er die Verteidigung der Werte der aufgeklärten Gesellschaft als “Intellektuellenreligion” lächerlich macht und die Vorstellung von Priestern unterstützt, “die den Staatskult des Kaisers oder der Göttin der Vernunft nicht mitmachen, sondern sich an den Kult eines Gottes halten”? Hat Breivik vielleicht heimlich Bahners gelesen, ja hat der Aufbau seines “Manifests” nicht gewisse Ähnlichkeiten mit den Konstruktionen und Winkelzügen in Bahners Buch, und erinnert er in einigen seiner Posen nicht direkt an einen dieser Priester, von denen Burke und Bahners schwärmen?
Ist, wenn wir uns diese Parallelen vor Augen führen, nicht sogar vorstellbar, dass Bahners mit Breivik in Kontakt stand? Steckt hinter all dem etwa ein perfider Plan des Strategen Bahners, der sich Breiviks bediente, um es den “Panikmachern” mal so richtig heimzuzahlen, hat vielleicht Bahners gezielt ein paar Broder-Zitate via Fjordman bei Breivik eingeschmuggelt und später Ruprecht Polenz darauf angesetzt, um alle Spuren, die zu ihm, Bahners führen könnten, von einem Facebook Shitstorm verwischen zu lassen? Haben wir es hier also vielleicht mit einem raffiniert eingefädelten doppelten Doppelschlag aus der Mitte einer der angesehendsten Zeitungen Deutschlands zu tun, stehen wir vielleicht sogar vor der Aufdeckung einer noch größeren Intrige, mit Querverbindungen bis in die Machtzentren der Republik?
Wenn wir in den vergangenen Tagen etwas gelernt haben, dann ist es solchen Spuren zu folgen. Und uns und anderen bewusst zu machen: Konsequenzen haben Ideen, Folgen haben Worte (Posener), und der Zusammenhang zwischen Untaten und Unworten (Polenz) kann ein enger sein.
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Kategorie(n): Satire


