Bernd Zeller 03.10.2009 14:49 +Feedback
Toleranz verhindert Gewalt
Würde jemand unbedachterweise äußern, beim Islam handle es sich um nichts anderes als eine faschistoide religiöse Neurose, die eine verabscheuungswürdige Kultur generiert, und Mohammed stünde keineswegs in einer Reihe mit Moses, Jesus und Buddah, sondern mit Mao, Kaiser Bokassa und Khomeini, hätte er ein verdammtes Problem am Hals für den kurzen Rest seines Lebens und keine Freunde mehr, die ihn verstecken. Zum Glück sagt niemand so etwas, weshalb es keine herrschende Meinung ist und somit auch nicht stimmt.
Zwar hat Ehrenmord unserer Auffassung nach nichts mit Islam zu tun, doch da sich die Moslems und ihre Cousins wenig um unsere Auffassung kümmern, zieht der Droste-Verlag einen Krimi über Ehrenmorde vor Veröffentlichung zurück, und zwar, bevor
man unserer Partnerreligion Islam zumutet, sich die Mühe konkreter Drohungen zu machen, denn: “spätestens nach den Mohammed-Karikaturen weiß man, dass man Sätze oder Zeichnungen, die den Islam diffamieren, nicht veröffentlichen kann, ohne ein Sicherheitsrisiko einzugehen.”
Richtig gedacht ist auch, dass so ein Krimi erst einmal geschrieben und zur Veröffentlichung vorgesehen sein muss, bevor man ihn zurückzieht und ein schönes Zeichen der Toleranz setzt. Die Mohammedkarikaturen, die in den letzten Jahren gar nicht erst gemacht wurden, fallen überhaupt nicht auf, auch nicht die proislamischen Artikel, die zur Verständigung dienen sollten.
Die ausbleibende Gewalt und die unterbliebenen Schäden können durchaus als kulturelle Bereicherung gewertet werden.
Aber noch kulturellere Bereicherung ist möglich. Psychiatrische Fachbücher über Irrsinn müssen aus dem Verkehr gezogen werden, um die Verrückten nicht zu provozieren. Verrücktheit ist gerade unter Künstlern ein verbreitetes Schaffensmotiv. Wir dürfen sie nicht länger unter den Generalverdacht stellen, dilettantische Stümper zu sein.
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