Gastautor 11.01.2012 17:38 +Feedback
Tims Straßenansichten: Surf around the Rock
Von Tim Maxeiner
In loser Folge stelle ich hier alltägliche Orte in Kalifornien vor - und kleine Geschichten, die hinter der Fassade spielen. Wer möchte, kann den Schauplatz des Geschehens jeweils auch hier per Google-Street View aufsuchen. Und weitere Fotos gibt es hier.
Morro Bay
Wie ein überdimensionaler Stalagmit ragt „The Rock“, wie ihn die Einheimischen nennen, aus der zerklüfteten Küstenlinie heraus. Der 177 Meter hohe „Morro Rock“ ist ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt und das Wahrzeichen des kleinen Städtchens Morro Bay an Kaliforniens Central Coast. Morro Bay gilt definitiv als eine angesagte „Surftown“, hat sich aber den verschlafenen Charme früherer Zeiten erhalten. Die Bewohner der kleinen Küstengemeinde, die etwa 300 Kilometer nördlich von Los Angeles liegt, lassen es eher ruhig und entspannt angehen.
Es gibt hier alles, was der Surfer neben seinem Brett so braucht: Einen Supermarkt, ein mexikanisches Restaurant, ein Kino, einen Surfshop und die „Top-Dog-Coffee-Bar“. Wer diese mit nassen Haaren betritt, wird wie selbstverständlich mit der Frage begrüßt: „Wie waren die Wellen?“(in den letzten 14 Tagen waren die Bedingungen selbst für kalifornische Verhältnise ungewöhnlich gut). Am Morgen trifft sich die Surfgemeinde auf dem Parkplatz neben dem „Rock“. Von hier fällt der Blick über die weitläufige „Morro Bay“ und erfreut den Surfer, denn fast immer bricht eine surfbare Welle.
Anfang des Jahres im Februar versammelt sich die Szene zum „Big, Bad and Ugly Surf Contest“. Der Name ist Programm: Gesurft wird bei absolut jeder Wetter- und Wellenqualität. Die Bedingungen scheinen die Teilnehmer in der Regel nicht besonders zu verwöhnen. Jedenfalls hat sich für die Veranstaltung über die Jahre der Spitzname “The Ugly” durchgesetzt.
Ziemlich hässlich benahm sich auch die Riesenwelle, die im vergangenen Winter ein Schiff der „Coastguard“ bei der Einfahrt in den Hafen von Morro Bay kurzerhand umwarf. Die Hafeneinfahrt liegt gleich neben „the Rock“. Des einen Leid, des anderen Freud. Was der Wasserwacht den Kiel nach oben dreht, entzückt mutige Surfer. Erfahrene Zeitgenossen verschwinden hinter der Mole aufs offene Meer.
Fernab vom Gedränge, das am Morro-Felsen herrscht, brechen dort fantastische Wellen. Wer es noch einsamer mag, ist etwas weiter entfernt in „Big Sur“ richtig. Der nördlich von „Morro Bay“ gelegene Küstenstreifen zählt zu den schönsten der kalifornischen Küste. Man sollte allerdings nicht nur Surfen sondern auch Kraxeln können. Oft verlangt der Weg zu den Wellen einen ausgedehnten Fußmarsch die Klippen hinunter.
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Kategorie(n): Bunte Welt


