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  15.11.2011   07:54   +Feedback

Tims Straßenansichten: Art in the Streets

Von Tim Maxeiner

In loser Folge stelle ich hier alltägliche Orte in Kalifornien vor - und kleine Geschichten, die hinter der Fassade spielen. Wer möchte, kann den Schauplatz des Geschehens jeweils auch hier per Google-Street View aufsuchen.

Santa Monica Pier

Los Angeles steckt voller Surf - und Skate-Kultur.  Fotografen, Maler, Grafiker, Schriftsteller und Musiker haben sich des Themas angenommen. Einer von Ihnen ist Craig Stecyk (Foto hier). Er hat sein altes Revier als Treffpunkt vorgeschlagen und wartet auf dem Pier von Santa Monica. Der ist das Wahrzeichen der Stadt und erstreckt sich von der Colorado Avenue über den Santa Monica State Beach in den pazifischen Ozean.

Stecyk ist ein Urgestein der Surf- und Skatewelt Kaliforniens. Der legendäre “Big Wave"-Surfer Greg Noll beschreibt ihn als einen der wichtigsten Zeitzeugen und „Historiker“ der Surfkultur: „Craig has lived it“.  Steycyk wuchs in Venice Beach und in Santa Monica auf, wo er in den siebziger Jahren begann kunstvoll Surfbretter zu bemalen. Er gilt als Multitalent. Malen, Fotografieren und Schreiben gehen bei ihm Hand in Hand.

Stecyk trägt unter dem Schirm seiner Baseball-Kappe eine schwarze Sonnenbrille. Er mustert mich von oben bis unten und sagt zur Begrüßung nur: „Nice Colours“. Er meint damit die Farbabstimmung meiner zerknitterten Garderobe. Craig ist jemand, der sich für alles begeistern kann, sogar für die Bemalung des Piers. „Davon muss ich ein Foto machen“, meint er und zieht eine kleine Digitalkamera heraus. Er erzählt mir wie er sich das Geld für seine erste Kamera mit Sammeln von Flaschen verdiente. „Mein Vater sah nicht gern, dass ich die ganze Zeit am Strand herum hing“, erzählt er. „Suche Dir besser mal einen Job“, habe sein Dad gefordert. „Aber daran, dass ich zwei Jahre lang am Strand Flaschen sammeln würde, nur um da weiterhin mit meinen Kumpels rumhängen zu können, hat er natürlich nicht gedacht.”

Zu Anfang seiner Karriere fiel Craig mit Fotos und Artikeln über die sogenannten „Z-Boys“ auf. Die Skateboarder-Clique rund um die Skate-Legenden Tony Alva und Jay Adams stellte die Szene mit bis dahin nicht gesehenen Manövern auf den Kopf. Stecyks „Dogtown“-Fotos sind einzigartig, denn sie zeigen nicht nur irgendeinen Typen auf einem Skateboard, sondern vermitteln eine ganz eigene Lebenseinstellung. „Craig sah vor allen anderen, was wir mit unseren Skateboards anstellten und der glaubte an eine kommende Kultur“, sagt Stacy Peralta, ehemaliger Z-Boy. Craig meint hingegen, er habe damals an überhaupt nichts geglaubt: „Ich machte mir keine Gedanken, was aus dem Skateboarden entstehen würde, es war einfach nur Teil unseres Lebens“.

„Ich hatte nie einen Punkt von dem an ich wusste, dass ich Künstler werden will“, sagt Stecyk. Und doch ist er heute ein gefragter Konzept-Künstler. Zuletzt war seine Arbeiten im Rahmen der “Art in the Streets” - Ausstellung im Museum of Contemporary Art (MOCA), in Los Angeles zu sehen. Die Schau war die größte ihrer Art und katapultierte “Street-Art” endgültig in die großen Kunst Auktionshäuser dieser Welt. 

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Kategorie(n): Ausland  Kultur  Bunte Welt 

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