Tobias Kaufmann 26.04.2008 21:19 +Feedback
“Tempelhof ist ein Gefühl”
Eine der dämlichsten Plakat-Kampagnen, die ich in letzter Zeit gesehen habe, ist die, mit der die Gegner eines Erhalts des Flughafens in Berlin-Tempelhof überzeugen wollen. Ökobestrickte Mutter mit Baby sowie hart arbeitender Mann vom Bau klagen über schrecklichen Fluglärm und betonen: “Ein Flughafen nur für Superreiche? Nein danke”. Da ist alles mit drin. Erstens: Volksverdummung. So als sollte ein NEUER Flughafen in einer bisher ruhigen Gegend eröffnet und nicht etwa ein Flughafen erhalten werden, der schon da war, als es Die Grünen, die mit hinter der Kampagne stecken, noch gar nicht gab. Zweitens: Sozialneid. So als seien Flugzeuge leiser, wenn die Tickets günstiger sind. Drittens: Lüge. Bis vor einiger Zeit flog zum Beispiel die Deutsche BA direkt von Köln nach Tempelhof, und das war nichts für Superreiche, sondern für Billigflieger.
Warum sagen die Gegner von Tempelhof nicht einfach, wie es ist: Der Laden muss dicht gemacht werden, damit zumindest die theoretische Möglichkeit besteht, dass der neue, hochsubventionierte Großflughafen Schönefeld sich irgendwann mal lohnt. Und weil ich den Flughafen Tempelhof, in dessen Nähe wir zwei Jahre lang wohnten, immer sehr mochte und die Kampagne gegen ihn zum Kotzen finde, deshalb verlinke ich hier den sehr schönen Text meines Kollegen Markus Decker, der dem Streit um Tempelhof nachgegangen ist - ohne sich dabei so aufzuregen wie ich gerade: Tempelhof ist ein Gefühl.
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Kategorie(n): Inland

