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  04.01.2010   11:45   +Feedback

SZ gibt ihre Karikaturisten zum Abschuss frei

Wenn Mordanschläge auf Seyran Ates oder Curt Westergaard gemeldet werden, hat das für die deutsche Öffentlichkeit etwas Beruhigendes. Die meisten sind nicht Seyran Ates oder Curt Westergaard, und die haben ja was gemacht, wer sich aber an die Regeln hält, hat nichts zu befürchten.
Die Süddeutsche Zeitung (s. Perlentaucher) begnügt sich nicht mit dem nach jedem islamischen Anschlag, der nichts mit dem Islam zu tun hat, üblichen Vergleich von Antisemitismus und Islamophobie, sie erklärt auch flugs die Mohammed-Karikatur samt Karikaturisten aufgrund karikaturistischer Plumpheit für nicht schützenswert. Die Frage: “Was zählt mehr? Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit? Oder der Respekt für religiöse Gefühle?” lässt dann auch gleich die Frage nach der Abwägung, ob das Leben des Zeichners auch was zähle, weg, ebenso den Umstand, dass die Selbstmordanschläge und Terror der Anlass für die Mohammedkarikaturen waren.
Wen aber die Plumpheit einer Karikatur den Schutz des Lebens verwirkt, dann muss die Süddeutsche Zeitung, die sich durch die bundesweit jämmerlichsten Karikaturen nach der Ostthüringer Zeitung auszeichnet, klarstellen, das sie nicht zum Mord an ihren Karikaturisten aufruft.
Es ist zu hoffen, dass nicht ein in seinen Gefühlen verletzter Reporter ohne Grenzen oder ein fundamentalistischer Cartoonist mit einer Axt bei Feuilletonchef Andrian Kreye auftaucht.


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