Dr. Oliver Marc Hartwich 03.09.2007 15:58 +Feedback
Streikbonus
Wenn man glaubt, es ginge gar nicht mehr verrückter, dann muss man nur englische Nachrichten lesen. Auf der nach oben offenen Absurditätsskala sind hier und heute nämlich wieder neue Rekordwerte gemessen worden.
Die BBC News berichten, dass die Insassen eines Gefängnisses in Nottinghamshire dafür belohnt wurden, dass sie sich während eines Streiks der Gefängniswärter ruhig verhalten haben. Alle Gefangenen erhielten von der Anstaltsleitung einen Bonus von zwei Pfund für ihre Kooperation - aus Steuergeldern, wie sich natürlich von selbst versteht.
Eigentlich sollte man die Erfahrungen aus Nottinghamshire sofort auf London übertragen. Dort streiken zwar nicht die Gefängniswärter, aber dafür ab heute Abend die U-Bahn-Arbeiter, was aber in gewisser Weise aufs selbe herauskommt. Ab fünf Uhr heute Nachmittag wird ein Verkehrschaos erwartet, das uns Londonern wahrscheinlich noch bis Ende der Woche erhalten bleibt. Vom letzten U-Bahn-Streik erinnere ich mich noch gerne an den zweistündigen Fußweg von meinem Büro in Westminster nach Hause.
Wie wäre es also, die geplagten Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in London für gute Zusammenarbeit zu belohnen? Wenn ich es heute Abend ohne allzu großes Fluchen nach Hause schaffe, hätte ich dann nicht auch einen Bonus von ein paar Pfund verdient?
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Kategorie(n): Ausland Bunte Welt


