19.04.2012   08:17   +Feedback

Strahlende Fachwerkhäuser

Ludger Weß

Lehm gilt als der ökologische Baustoff. Doch das Material setzt radioaktive Isotope frei. Siehe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,828031,00.html

Das von Angela Merkel und der Bundesregierung schon so oft angewandte und von den Grünen noch häufiger geforderte Vorsorgeprinzip (z. B. bei Handystrahlung, grüner Gentechnik, Atomkraft) gebietet eigentlich, die Häuser sofort zu evakuieren, um die strahlenden Ruinen herum Sicherheitszonen einzurichten und an die Nachbarn sofort Jodtabletten und Geigerzähler zu verteilen.

Nehmen wir das Beispiel grüne Gentechnik: hier gilt, sobald auch nur ein gentechnisch verändertes Pollenkorn im Honig oder ein gentechnisch verändertes Korn in der Ernte eines konventionell arbeitenden (“gentechnikfreien”) Betriebs nachzuweisen ist, ist der Verursacher dieser “Kontamination” schadenersatzpflichtig.

Würde dieses Prinzip auch Lehmhäusern genau so konsequent angewandt, müssten jetzt die Besitzer von Lehmhäusern ihren Nachbarn Umzug und Abriss ihres durch die Lehmhaus-Strahlenquelle verseuchten Hauses bezahlen.

Sie halten das für albern? Wenn schon ein Pollenkorn als Verunreinigung gilt und mit Absicht und unter Beifall der Gentechnikgegner keine Mindestmenge definiert ist, kann in diesem Fall kaum anders gehandelt werden - zumal die Schädlichkeit eines gentechnisch veränderten Pollenkorns wohl um Größenordnungen niedriger (wenn überhaupt vorhanden) ist als die erwiesene Schädlichkeit von Niedrigstrahlung.

Oder sollte jetzt wie im Fall der Atommüll produzierenden Windräder wiederum mit zweierlei Maß gemessen werden, weil es sich a) nicht um die hysterisch angeklagte Niedrigstrahlung eines AKWs handelt, b) keine Agrarmultis im Spiel sind und c) die gute Absicht (Lehm! Natur! Öko!) zählt?

Greenpeace, übernehmen Sie! Die Flugblätter gegen AKW-Niedrigstrahlung müssen nur wenig umgeschrieben werden, und Strahlenschutzkleidung ist im Depot sicherlich auch noch ausreichend vorhanden.

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Kategorie(n): Wissen  Bunte Welt 

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