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  02.09.2010   09:50   +Feedback

Sarrazin muss weg

Was an sachlichen Gegenargumenten vorgebracht wird, findet sich zumeist im Buch selbst.
Die satanischen Verse sind weniger die, wo er zahlenmäßig und geahntermaßen Recht haben könnte, schon gar nicht die genetischen Schlenker—wenn man an die nicht glaubt, lässt man es eben bleiben, es besteht kein Risiko, dass hierdurch ein neuer Rassenwahn ausbricht zusätzlich zu dem, den wir schon haben, dem islamischen—das Gefährliche für den Zusammenhalt der Gesellschaft, wie er vom medialsozialen Komplex gewollt wird, besteht in der Glasnost-Art, mit der er sie präsentiert. Gepoltere nennen das die Getroffenen. Verfehlte Politik, das wissen wir schon, das wissen wir schon, aber die Gegenüberstellung mit dem Sprech entlarvt das Verlogene und zeigt, wie und mit welchem Aufwand es betrieben wird. Hinterher ist man unanfällig gegen das Gegabriele und die Merkelage und Schirrmacherei und wundert sich, wieso man sich das bieten lässt.
Er korrigiert Schröders Schwabbelei genauso unverfroren wie die Täuschungsmanöver aus Soziologie und Journalismus. Klar, dass alle gegen ihn standhaft aufstehen.
Die größte Provokation ist, dass er nicht wie Biermann mit der Gitarre loslegt, sondern auf derselben Ebene wie die Politexperten agiert. Ausgebürgert gehört er deshalb genauso, damit allen klargemacht wird, was man davon hat.
Erstaunlich ist, dass es möglich sein muss, beim Weg durch die Karriere den unverstellten Blick zu behalten und normal zu bleiben. Zuletzt hatte man sich darüber bei Gorbatschow gewundert. Wenn Sarrazin das kann, müssten es die anderen auch, es sei denn, sie haben hier genetische Defizite.
Der unvermeidliche Kriminologe Pfeiffer sagte im Morgenmagazin, na ja, in vielem habe Sarrazin nicht Recht, aber in manchem eben doch. Sind ja teilweise seine eigenen Forschungsergebnisse. Könnte sein, dass hier Phase 4 beginnt.
Pfeiffer meinte weiter, man müsse statt Parteiausschluss mit Sarrazin darüber streiten. Er hat verstanden, dass man unbedingt Sarrazin als Thema behalten muss und nicht etwa seine Befunde.
Und nun die Verschwörungstheorie.
Wulff hat schnell durchblicken lassen, dass er Sarrazins Ablösung unterschreiben würde. Hätte Köhler das auch? War er der erste, der dafür weg musste?

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Kategorie(n): Wissen 

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