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  26.05.2010   14:19   +Feedback

Rock den Islam!

Paul Nellen

Uns wird ja immer erzählt, “den Islam” gäbe es überhaupt nicht und man habe ganz klar zu differenzieren. Zwischen Saudi-Arabien, Duisburg-Marxloh und Indonesien lägen islamisch gewissermaßen Welten. Und wenn man die zusammenrechne, dann käme doch eine sehr tolerante und liebenswerte Religion dabei heraus.

Und nun lesen/hören wir dies hier heute im DLR Kultur:

Mittwoch, 26. Mai 2010 11:30 Uhr
Indonesien: Scharia-Polizei jagt Hosenträgerinnen

In West-Aceh macht die Polizei Jagd auf Hosenträgerinnen. In der indonesischen Provinz auf der Insel Sumatra hat die lokale Regierung eine neue Kleidungsvorschrift erlassen. Demnach müssen Frauen ihren Kopf bedecken und dürfen keine körperbetonte Kleider tragen. Wer von der Scharia-Polizei etwa mit Hosen erwischt werde, müsse sofort einen Rock anziehen. Etwa 20.000 Röcke würden bereitgehalten, erklärte ein Sprecher der Regierung. West-Aceh ist die einzige Provinz in Indonesien, in der die Gesetze der Scharia teilweise gelten. Im vergangenen Jahr wurde dort die Todestrafe durch Steinigung für Ehebrecher und Homosexuelle eingeführt. http://www.dradio.de/kulturnachrichten/2010052611/5/

Kann ja sein, dass “der Islam” im übrigen Indonesien sehr friedfertig und tolerant ist und er sich deswegen nicht um die Ausbreitung der Intoleranz im Aceh kümmert. Den Christian Ströbele hat das Tolerante am fernöstlichen Islam ja bekanntlich so sehr fasziniert, dass er sich die Idee eines muslimischen Feiertags in Deutschland von Indonesien abgeschaut hat, wo es sogar in dem überwiegend muslimischen Land christliche, allgemein verbindliche Feiertage gibt.

Doch irgend etwas scheint nun in diesen Vorbild-Islam hineingefahren zu sein, eine Art talibanisch-saudischer Virus, der ihn in Aceh immer mehr in einen bösartigen schariatischen Tumor verwandelt. Vielleicht wegen Guantanamo, wegen der Siedlungen in der Westbank oder der Islamophobie von Henryk M. Broder, den in Indonesien jeder kennt?

Aber das kann eben nur in fernen Provinzen mit dem Islam passieren, wo die Leute nicht so dolle im Koran lesen, weil sie kaum lesen können. Nur wer den Koran lesen kann - am besten natürlich auf Arabisch - kann den Islam auch richtig verstehen (weswegen er in den arabischen Ländern ja auch am tolerantesten ist).

Bei uns ist das was anderes. Wir hatten ja schon “Mein Kampf” nicht richtig oder gar nicht gelesen und dann zur Strafe den Nazismus bekommen. Nach der Erfahrung mit den Nazis KANN der deutsche Islam sich überhaupt nicht in einen Islamismus verwandeln, dafür sorgen schon die Islamkonferenz, die Millionen friedlicher Muslime und natürlich ganz besonders AntifaschistInnen wie Frau Doktor Schiffer, Ulla Jelpke, MdB, oder die taz-Kolumnistin Isolde Charim aus Wien. Die schrieb am 9. Februar 2010, dass “ein allgemeines [Burka]verbot ... diese isolierten Frauen ganz wegsperren und zugleich den religiösen Konservativismus stärken würde” (http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/burka-fuer-alle/).

Ein einleuchtendes Argument. Es besagt umgekehrt, dass das Schleiertragen den religiösen Konservativismus schwächt. Logisch.

Und deswegen wird in Indonesien, Provinz Aceh, jetzt wohl eine Kleiderpolizei aufgestellt, um den Islamismus zu bekämpfen.

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Kategorie(n): Kultur 

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