Gastautor 20.02.2010 18:36 +Feedback
Norman bleibt zu Hause
Von Lucy de Beukelaer
Gestern noch meldete die taz, “Finkelstein darf sprechen”, was eine vollkommen irreführende Überschrift war, denn das Sprechen hatte dem David Irving der antizionistisch-antisemitischen Linken niemand verboten. Er könnte z.B. in die Sprechstunde seines Friseurs oder Physiotherapeuten gehen und dort so viel sprechen, wie er möchte. Das Problem war, dass niemand den Gaga-Professor aus Chicago sprechen lassen wollte: Weder die Berliner Trinitatis-Gemeinde noch die Böll-Stiftung der Grünen, nicht einmal die Rosa-Luxemburg-Stiftung der LINKEN oder das Amerika Haus in München - bis sich die “junge Welt”, das Zentralorgan der deutschen Nationalbolschewiken, seiner erbarmte und Norman ihre “Ladengalerie” zur Verfügung stellte. Wer den Ort mal besucht hat, der weiss, dass man lange zwischen Köln-Nippes und Kaliningrad suchen muss, um eine ähnlich versiffte Location zu finden, genau das Richtige also für Frankenstein jr.
Aber jetzt will Norman nicht mehr. Er habe beschlossen, nicht nach Deutschland zu kommen, hiess es heute aus seiner Support-Group, da er nicht möchte, “dass mit den Auseinandersetzungen um seine Auftritte die Situation der Palästinenser, um die es in seinen Vorträgen gehen sollte, in den Hintergrund tritt”.
Eine weise Entscheidung, für die ihm vor allem die Palästinenser dankbar sein werden.
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Kategorie(n): Bunte Welt


