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  04.01.2010   12:15   +Feedback

Meeresspiegel: Ostfriesen sitzen gelassen in der ersten Reihe

Das Phänomen ist seit einiger Zeit bekannt. Wenn man die Bundesbürger fragt, wie sie die Umweltsituation in ihrem regionalen Umfeld einschätzen, dann finden sie die meist ganz in Ordnung. Fragt man sie aber nach der deutschen Umweltsituation allgemein, dann sind alle fest davon überzeugt, dass es immer mehr den Bach runtergeht. Aber wie kann es sein, dass die Umwelt in deutschen Landen schlechter wird, wenn es doch in den einzelnen Regionen nichts zu meckern gibt? Die Demoskopen führen die Diskrepanz auf die Wirkung der Medien zurück. Während der persönliche Bereich durch Augenschein beurteilt wird, kommt das große Bild vom medialen Hören und Sagen. Und so ähnlich kommt mir das auch allmählich mit dem Meeresspiegel-Anstieg vor. Schaut man irgendwo mal genau die Messwert an, dann ergeben die meist nichts Spektakuläres. Tuvalu? Die Messreihen der vergangenen Jahrzehnte zeigen praktisch keinen Anstieg. Malediven - auch hier kann von einem beschleunigten Meeresspiegel-Anstieg keine Rede sein. Einige Untersuchungen bezweifeln sogar, ob er überhaupt gestiegen ist. Der angeblich beschleunigte Anstieg steckt also irgendwo im wunderbaren Reich der Statistik und der Computermodelle. An all das musste ich jedenfalls denken, als ich einen Bericht las, der zum Jahreswechsel in der Ostfriesenzeitung stand (Danke an Klaus Puls für den Hinweis). Hier einige Auszüge aus dem Bericht von Heiner Schröder, in dem der Oberdeichrichter ausführlich zu Wort kommt.

„Zum Abschluss des Jahres wünscht sich der
 Oberdeichrichter der Deichacht Krummhörn, Giesbert Wiltfang, dass
 alles so bleibt. Dass es weiterhin keine schweren Stürme gibt wie zum
 letzten Mal 1962, dass die Sturmfluten keine Gefahr für die Deiche
 sind und dass das Klima sich als stabil erweist. Ja, als stabil, denn
 Wiltfang hat Zweifel, ob die Welt und damit auch die 54 Kilometer
 Emder und Krummhörner Deiche wirklich vor einer Klimakatastrophe
 stehen. Wiltfang: ‚Ich sehe das nicht, was da immer behauptet wird.’


Gestützt wird Wiltfang vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-
 und Naturschutz (NLWKN). Der misst an seinen Pegeln seit Jahrzehnten
 die Wasserstände. Maßgeblich für einen beschleunigten
 Meeresspiegelanstieg für die ostfriesische Küste ist der Pegel
 Norderney. Der zeigt keine Tendenz zur Beschleunigung, egal, welche
 Datenreihen und Zeiträume man heranzieht. Aktuell steigt der
 Meeresspiegel nach den Norderneyer Daten um 25 Zentimeter im
 Jahrhundert - das ist der seit langem bekannte Wert. Darum planen die
 Deichachten beim Deichbau seit dem Zweiten Weltkrieg - wie mehrfach
 berichtet - einen Abschlag für den Meeresspiegelanstieg in Höhe von 20
 bis 30 Zentimetern ein.

Wiltfang fühlt sich durch die Experten
 bestätigt.
 Er selber sitzt in einem bundesweiten Gremium, das Daten zum
 Klimawandel auswertet und einschätzt. “Keiner kann mir anhand von
 Zahlen belegen, dass in den vergangenen Jahren der Meeresspiegel
 tatsächlich schneller als sonst gestiegen ist. Das verstehe ich
 einfach nicht.’ Er erkennt auch nicht, dass die Wucht der Stürme
 zunimmt. Wiltfang: ‚Den letzten richtigen Sturm hatten wir 1962.’


Was
 Wiltfang sieht und was auch tatsächlich messbar ist, sind die
 steigenden Temperaturen. Das sei zu beachten, aber die Ostfriesen
 hätten eigentlich wenig Grund, sich davor zu fürchten. ‚Wir
 profitieren doch davon - der Tourismus, die Landwirtschaft, die
 Menschen, die weniger heizen müssen.’ Die möglichen Probleme für den
 Küstenschutz seien beherrschbar. Oberdeichrichter Wiltfang weiß, dass
 es an anderen Ecken der Welt schon Entwicklungen gibt, die Menschen in
 Schwierigkeiten bringen. Ausschussmitglieder wiesen darauf hin, dass
 Menschen in tief gelegenen Küstengebieten beispielsweise in Asien oder
 auf Inseln im Pazifik Sorgen hätten. Aber Wiltfang verweist auf die
 Niederlande, die zu einem großen Teil unter dem Meeresspiegel liegen.
 Das Land sei durch Deiche geschützt. Wenn jetzt tief liegende Länder
 bedroht seien, ‚dann müssen die eben Deiche bauen’. Eines war den
 Ausschussmitgliedern klar: Wenn die Deichacht die Reisekosten
 übernimmt, werden der Oberdeichrichter und seine Experten dort gerne
 Tipps geben, wie man die Menschen vor dem Wasser schützt.
“

Klar doch, dass die Alarmisten so etwas nicht ertragen können. Wütend verfassten sie eine Pressemitteilung und sprachen von „hanebüchenen Verharmlosungen“. 

(Dirk Maxeiner)


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Kategorie(n): Wissen 

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