24.07.2008   15:23   +Feedback

Manfred Köhler: Beachtliche Verirrung bei der Hessen-SPD

Wie es scheint, lesen die Genossen und Genossinnen der hessischen SPD weder AchGut noch Capital. Nur so kann man sich den vulgär-sozialistischen Energiepopulismus erklären, über den Manfred Köhler nur lachen kann: Was die hessische SPD nicht gefordert hat: Dass jeder in einem Supermarkt seiner Wahl zwei Pfund Brot und ein Pfund Butter in der Woche geschenkt bekommt, weil ohne Brot und Butter im Leben gar nichts geht. Dass jeder ein Pfund Äpfel in der Woche beim Bauern seines Vertrauens unentgeltlich abholen kann, weil Äpfel überaus gesund sind. Dass jedem jeden Monat ein kluges Buch überlassen wird, weil Bildung nottut. Tatsächlich gefordert haben Andrea Ypsilanti und Hermann Scheer bloß, dass jedem Haushalt eine ordentliche Menge Strom ohne Berechnung geliefert wird, weil die Strompreise so kräftig gestiegen sind - mehr nicht, obwohl ihnen als verantwortungsbewussten Politikern auch die Gesundheit und der Wissensstand der Hessen am Herzen liegen sollten. Aber wer weiß, welche Überraschungen die hessische SPD auf ihrem Weg zur Macht in den nächsten Wochen noch zu bieten hat. Was Ypsilanti und Scheer zur Energiepolitik ausführten, zeigt jedenfalls ihre beachtliche Verirrung in dem Dreieck aus Ökologie, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit, den drei Zielen, die in der Energiepolitik auszutarieren sind, ein Mischmasch aus hemmungslosen Eingriffen in den marktwirtschaftlichen Steuerungsprozess und die Entscheidungsfreiheit des Bürgers mit Sondersteuern und Steuerbegünstigungen, dessen Folgen, wenn sie je Wirklichkeit würden, kaum zu übersehen wären.


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Kategorie(n): Wirtschaft  Bunte Welt