22.03.2008   16:44   +Feedback

Live aus Wolkenkukusheim

Andreas Buro, Politikwissenschaftler und Friedensbeweger, erklärt im Tagesspiegel, wo es lang geht:

“Beispiel Irankonflikt: Wir schlagen vor, dass man dem Iran in Übereinstimmung mit dem Atomwaffensperrvertrag die zivile Nutzung der Kernenergie zugesteht, das aber verbindet mit strengen Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde. Zugleich müsste die militärische Bedrohung durch die USA und Israel aufgehoben werden. Solange die besteht, werden im Iran Teile der politischen Elite sagen: Wir brauchen Atomwaffen, um abschrecken zu können. Nimmt man die Drohung vom Tisch und ermöglicht dem Iran durch direkte Gespräche, das Gesicht zu wahren, dann kann er sich anders als bisher, kooperativer verhalten. Die derzeit übliche Kombination aus Diplomatie und militärischer Drohung – man fühlt sich an Goethe erinnert: „Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt“ – verhindert partnerschaftliche Überlegungen zur Problemlösung. Darum lehnen wir zivil-militärische Zusammenarbeit wie auch militärgestützte Diplomatie ab. Wichtig sind vertrauensbildende Maßnahmen.

Wo soll das Vertrauen herkommen angesichts von Gesprächspartnern wie Milosevic, Saddam oder Ahmadinedschad?

Der Iran hat sich in manchen Situationen schlitzohrig verhalten – nur tun das viele andere auch. Ich weiß nicht, ob das grundsätzliche Misstrauen gegen den Iran als Schurkenstaat auf der Achse des Bösen gerechtfertigt ist. Man muss doch auch sagen: Wenn behauptet wird, der Iran könne, wenn er Atomwaffen hat, irgendjemanden bedrohen, dann ist das ein militärpolitischer Unsinn, denn dann müssten die Iraner Selbstmörder sein.”

Und Selbstmörder gibt es in dieser Weltecke bekanntlich nicht (weder für den Mahdi, noch für 72 Jungfrauen). Schwule ja auch nicht.


Permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Kultur