David Harnasch 06.09.2008 16:51 +Feedback
Kunstkritik kommt von “können”
Und das kann Jörg Sundermeier tatsächlich:
“Viele minderbegabte Künstler wissen seit dem Ende des Kalten Krieges, dem ein neuer bisher nicht folgte, nicht mehr wohin mit ihrem Engagement. Die Kommunisten hatten seinerzeit, stärker noch als die Sozialdemokraten oder die jeweiligen Kirchen, im 70-jährigen Systemkonflikt vergessen, was Kunst ist (oder sie verboten), und diese durch Gesinnungsbelege ersetzt. So wurden statt Dramen nicht selten peinliche Erbauungsstücke gegeben, anstelle von vielschichtigen Romanen wurde Erbauungslektüre gedruckt, Filme auf Soap-Opera-Niveau sollten dem Kinopublikum die richtigen Lebensansichten vermitteln und auch der bildenden Kunst wurde alles Subversive ausgetrieben. Schon die Möglichkeit, dass es vielleicht noch einen Subtext neben der aufgedrängten Intention geben könne, machte den Gesinnungshütern jedes selbst noch so dämliche Kunstwerk grundsätzlich verdächtig.
Und das eben nicht nur im Osten. Auch im Westen kam es so zu jenem Verfall der Kunst, den sich Rechtsradikale immer erwünscht hatten. Doch es ging immerhin noch um Gesinnung. Heute, da parteiliches Engagement nicht mehr en vogue ist, agieren die meisten engagierten Künstler auf diffuse Weise humanistisch und künsteln in einer beschämend flachen Weise gegen Umweltverschmutzung, Hunger oder Armut. “ In der taz ganz lesen!
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Kategorie(n): Kultur


