15.07.2009 23:27 +Feedback
Kulturrelativismus und »Islamophobie«
Inzwischen hat sich die kulturrelativistische Auffassung, dass sich in einer multikulturellen Gesellschaft die Redefreiheit den Sensibilitäten der religiösen Gefühle unterzuordnen und aus Respekt vor der kulturellen »Identität« des »Anderen« zurückzutreten habe, genauso auf breiter Front durchgesetzt wie die Vorstellung, dass aufgrund einer allgegenwärtigen »Islamophobie« die Muslime besonders verletzlich seien. Dass trotz aller Proteste, Anschläge und Morddrohungen in Großbritannien der Penguin-Verlag vor 20 Jahren nicht daran dachte, die Veröffentlichung von Rushdies Roman zurückzuziehen, sondern lieber seine Mitarbeiter in kugelsicheren Westen zur Arbeit antreten ließ, erscheint heute kaum noch vorstellbar. Spätestens nach dem Karikaturenstreit genügt oft schon die bloße Antizipation muslimischer Proteste, um zurückzuweichen. Im jüngsten Fall der geplanten Veröffentlichung einer schwülstigen Liebesgeschichte um Mohammed und seine jüngste Frau Aisha reichte die Expertise einer besorgten Islamwissenschaftlerin, damit der amerikanische Verlag Random House das Projekt sofort einstellte. http://jungle-world.com/artikel/2009/07/32626.html
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Kategorie(n): Kultur


