Bernd Zeller 09.12.2011 19:25 +Feedback
Kleine Ursachen
Vor siebzig Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Davor gab es in Europa schon bewaffnete Konflikte, aber erst durch den Eintritt der Amerikaner wurde daraus der Weltkrieg. Die USA ergriffen den Anlass von Pearl Harbour, mit dem gar keine Kriegserklärung verbunden war, um mitzumischen und zur Weltmacht aufzusteigen.
Quatsch? Wohl, aber nicht als Quatsch gemeint. Spiegel.de weiß: „Plötzlich lauerte der Feind überall. Der Angriff auf Pearl Harbor versetzte die USA in Panik, als stünde eine Invasion der Japaner unmittelbar bevor. Das Militär feuerte auf Flugzeuge, die es gar nicht gab, der Staat sperrte Menschen einfach weg - und räumte erst Jahrzehnte später Fehler ein“. Hysterie wegen eines winzigen Flecks im Pazifik: „Ausgelöst hatte das ein realer Angriff wenige Wochen zuvor: Am 7. Dezember 1941 hatten die Japaner überraschend die in Pearl Harbor liegende US-Pazifikflotte bombardiert und das Selbstbewusstsein der Weltmacht erschüttert.“
Da drängen sich die Parallelen auf, und wer sie nicht gleich sieht, kriegt es gesagt: „Wie sechs Jahrzehnte später die Anschläge vom 11. September brannte sich auch Pearl Harbor als eine unbedingt zu tilgende Niederlage ins kollektive Gedächtnis der Nation. Und die geschockten und empörten Amerikaner reagierten, wie sie auch sechzig Jahre später auf die Terrorangriffe in New York reagieren sollten: mit überbordenden Patriotismus, Aktionismus, Paranoia und Rassismus.“
Diese Amerikaner, wenn die nicht ab und zu einen Dämpfer kriegen würden, dann wer weiß. Vielleicht müssen sie erst mal unsere Geschichte durchmachen, um wie wir daraus zu lernen, dass es sich ohne Aktionismus, Patriotismus und mit umgekehrtem Rassismus viel besser lebt.


