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  06.09.2009   20:53   +Feedback

Kein Krieg in Afghanistan

Der Haupteinwand gegen den Krieg in Afghanistan lautet, man könne Demokratie und Freiheit nicht exportieren oder verordnen. Das stimmt; bei uns hat es ja auch nicht geklappt. Nur solange die Besatzungsmächte über die Entnazifizierung wachten und das System kontrollierten, haben sich die unterordnungssüchtigen Deutschen dem Demokratiediktat gefügt und so getan, als wäre ihnen das Dritte Reich furchtbar peinlich. Etwas später war die Begeisterung für ferne Despoten hinterhofsalonfähig, und nach der Wiedervereinigung kommen die Bedürfnisse nach cheguevaraesker Revolution hierzulande verstärkt auf.
Da wundert es nicht, dass der Plan, die Afghanen durch die Präsenz der Bundeswehr so sehr zu beeindrucken, dass sie den Taliban sagen: „Ne, lasst mal, lieber nicht, also wenn ihr euer Ding machen wollt, dann ohne uns, wir haben jetzt gesehen, dass sich Selbstmord nicht lohnt“, fehlschlägt. Zu warten, bis man angegriffen wird, und dann erst reagieren zu dürfen, das ist wirklich kein Krieg. Leider ist dies das Problem. Die Armeen müssten eine Enttalibanisierung durchziehen. Aber das geht nicht, denn das wäre von einer Entislamisierung nicht zu unterscheiden, na das Theater! Die Freiheit am Hindukusch wird bei uns verteidigt, oder eben nicht.

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