Vera Lengsfeld 31.05.2010 17:27 +Feedback
Käßmann als Bundespräsidentin? Nehmt lieber Lena!
Der überraschende Rücktritt von Bundespräsident Köhler wirft Fragen auf, nicht zuletzt die nach dem wahren Grund hinter dem angegebenen. Schon bei früheren Politiker-Rücktritten gab es vorgeschobene Gründe, die als Deckung für die eigentlichen Absichten dienten. Bei Lafontaine schien es seinerzeit der Wunsch zu sein, der SPD, koste es was es wolle, zu schaden. Bei Gysi (der war mal Wirtschaftssenator in Berlin!)hatte es den Anschein, ein lästiges Amt mit seinen Verpflichtungen los werden zu wollen, um sich wieder ungehindert als Dauergast bei Talkshows betätigen zu können. Bei Roland Koch hat man das Gefühl, dass er keine Lust verspürt den herannahenden Krisen-Sturm auf der politischen Kommandobrücke miterleben zu müssen.
Und Köhler? Hat er als IWF-Vorsitzender seinerzeit Entscheidungen getroffen, die uns demnächst um die Ohren fliegen werden? Der Sturm im Wasserglas, den eine ebenso einfalls-, wie bedenkenlose Opposition um seine Bundeswehr-Äußerungen entfacht hat, ist kein Grund zum Rücktritt gewesen. Im Gegenteil. Indem der Bundespräsident a.D. vor dem Vorwurf, er betreibe Kanonenbootpolitik und wandle auf Lübkes Spuren, einknickt, verhilft er Argumenten, die auf Fälschungen der Staatssicherheit fußen, zu einem weiteren späten Sieg. Die Würde des Amtes des Bundespräsidenten hätte verlangt, dass man sich und seinen Vorgänger gegen solche unaufrichtigen und haltlosen Anschuldigungen in Schutz nimmt. Es wäre geboten gewesen, die Angreifer souverän mit der Wahl ihrer Mittel zurückzuschlagen. Es wäre hohe Zeit gewesen, nebenbei den Amtsvorgänger von den Stasi gemachten Vorwürfen zu rehabilitieren.
Statt dessen Schweigen und Rückzug. Köhler hat damit bewiesen, dass es keine gute Idee war, einen Beamten zum obersten Repräsentanten des Landes zu machen. Er war Angela Merkels Wahl. Die Kanzlerin hat nun mit den Folgen ihrer Fehlentscheidung zu tun. Dabei ist der heutige ausgefallene Kuschelabend bei der Nationalelf, der dazu dienen sollte, noch ein bisschen Popularität zu tanken, bevor die Regierung in die Sparklausur geht, nur der Anfang aller Unannehmlichkeiten, in die der Köhler-Rücktritt die Merkel-Regierung stürzt. Es muss in kurzer Zeit ein Nachfolger gefunden werden. Das wird schwierig. Geeignete Persönlichkeiten sind weit und breit nicht in Sicht. Aus Horror vor diesem Vakuum ist ein SPD- Landesvorsitzender, der sich noch bekannt machen muss, mit einem Vorschlag vorgeprescht: Margot for president ! Alkohol am Steuer qualifiziert für das höchste Amt im Staat! Da muss man einen drauf trinken! Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang…
Apropos Gesang. Deutschlands neuer Superstar Lena braucht nur vorgeschlagen zu werden, schon wäre sie führend in allen Meinungsumfragen. Als die Süße aus Hannover am Flugzeug von Ministerpräsident Wulff die Grüße der Kanzlerin entgegennahm, trug sie bereits ein schwarz-rot-goldenes Haarkränzchen und kommentierte die Botschaft der ersten Frau im Staate mit einem begeisterten Wow!! Worauf sich die Kanzlerin mit lobenden Worten über die Natürlichkeit der beliebtesten Deutschen revanchierte. Wenn das kein gutes Omen für eine zukünftige Zusammenarbeit ist ! Es spricht aber noch mehr für Lena: die Franzosen können ihre Marianne einpacken. Selbst Carla Bruni wirkt neben Lena einfach nur alt. Wenn die Kleine dann noch trällert: „I need money urgently“ , füllen sich die leeren Staatskassen wie von selbst. Die Deutschen werden jubelnd jede Steuererhöhung mitmachen, die unsere Kanzlerin anschließend als Erfolg ihrer Sparpolitik verkaufen kann. Also, es spricht alles für Lena. Das kleine Verfassungs-Hindernis, dass ein Mindestalter für das Amt des Bundespräsidenten vorschreibt, kann in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl von Bundestag und Bundesrat noch beseitigt werden. Die sind inzwischen in unerwarteten Blitzentscheidungen geübt. Man braucht nur zu sagen. „Der vorgeschlagene Weg ist alternativlos !“ Dann wird alles gut.
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Kategorie(n): Inland


