01.07.2013   15:38   Leserkommentare (0)*

Juden sind keine unschuldigen Opfer!

Nathan Warszawski

Am Freitag, 28. Juni 2013, hat vor dem Kölner Dom eine geisterhafte Performance stattgefunden, deren Absurdität die Vision jüdischer Weisen bestätigen wird, dass kurz vor Ankunft des Messias die Welt in Wahnsinn versinkt.

Lokalpolitiker mit hohen Pensionsansprüchen, deutsche und türkische Schüler mit bis zu 50%-igem Unterrichtsausfall und bis zu 25%-iger baldiger Arbeitslosigkeit, gut bezahlte beamtete und minderwertig bezahlte angestellte Lehrer, ewige Kölner Fußballzweitligisten und weltweit unbekannte Künstler parodierten unbeweglich oder zappelnd, ohrenbetäubend lärmend mit gefaktem Sirenengeheul den Holocaust mit verbaler Unterstützung eines stadtbekannten Domplattenantisemiten. Mittendrinn wie verloren eine attraktive holocaustkranke, nicht mehr junge jüdische Israelin, die in Deutschland ihr Geld mit antijüdischen Ressentiments verdient.

Der Holocaust gehört nicht den Juden allein, er ist Weltkulturerbe, verkündet die jüdische Performance-Künstlerin, die gerne nach Polen auswandern würde, wenn 3 Millionen Israelis mitkommen möchten. Das Holocaust-Gedenken, welches aus Israel stammt und auch in palästinensischen Gebieten zelebriert wird, wird in Deutschland ohne die von den Grünen und der EU geforderte Kennzeichnung für israelische Produkte auf Proteste gegen Rassismus, Islamophobie, Erhöhung von Parkgebühren und israelische Besetzung arabischer Gebiete ausgeweitet. Nein, der Armenier-Holocaust vor 100 Jahren gehört nicht dazu, da die allermeisten Türken in der Türkei und in Deutschland den Genozid bestreiten, was weder in der Türkei, noch in Deutschland, noch in Israel verboten ist. Verboten ist lediglich das Leugnen des Juden-Holocausts im ehemaligen Machtbereich der Nationalsozialisten.

Nun leugnet die Türkei nicht, dass Armenier vor 100 Jahren in der Türkei von Türken umgebracht worden sind, auch wenn um die Zahl der Getöteten wie im Basar zu Istanbul und früher auch auf dem Taksim-Platz gefeilscht wird. Die Türkei bestreitet lediglich, dass es sich um ein Holocaust (griechisch: Brand- oder Ganzopfer), also um Menschenopfer handelt.

Für das religiöse Opfer spricht, dass Türken Muslime und Armenier Christen sind. Gegen die Opferung spricht aus türkischer Sicht, dass die Armenier keine Opfer gewesen sind, da religiöse Opfer unschuldig sein müssen (Jungfrauenopfer, Opferlamm). Nach offizieller einzig erlaubter Lesart in der Türkei sind Armenier verfolgt, vertrieben, ja auch umgebracht worden, nachdem sie Türken angegriffen hatten. Die Türken haben sich verteidigen müssen, was richtigen Türken moralisch und völkerrechtlichen zugestanden wird, sofern sie keine Juden sind. Juden sind keine richtigen Türken, da sie nicht an den Massakern an die Armenier teilgenommen haben. Somit ist das Vorgehen gegen die Armenier vor 100 Jahren gerechtfertigt. Das Leugnen des Nicht-Holocausts an den Armeniern wird in der Türkei streng bestraft. Im Falle eines EU-Beitrittes wird die Türkei ihre Vorstellung der gesamten EU aufdrücken.

Diese absurde türkische Gedankenfolge wird in deutschen Schulen Türken und anderen Schülern mit oder ohne Migrationshintergrund und persönlicher Migrationserfahrung als geschichtliche Wahrheit vermittelt. Kein(e) Lehrer(in) wagt es, eine andere Meinung zu verkünden. Bestenfalls wird er/sie bei fehlender staatlicher Unterstützung versetzt oder verliert seine/ihre Arbeitsstelle, schlimmstenfalls wird er/sie von nicht-strafmündigen jugendlichen Südländern physisch am Arbeiten gehindert. Doch will ich nicht Befindlichkeiten deutscher Lehrer abhandeln, sondern die Frage ventilieren, wann Menschen religiöse Opfer sind.

Die Hebräische Bibel verbietet religiöse Menschenopfer, basierend auf den misslungenen Versuch Abrahams, seinen Sohn Isaak Gott zu opfern. Neben Juden befolgen auch Christen und Muslime das göttliche Verbot. Nun kommt es gelegentlich bis häufig vor, dass Christen und Muslime Menschen wegen ihres anderen Glaubens oder wegen fremder Herkunft und Hautfarbe töten. Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, da Christen und Muslime die fremden Menschen nicht als Opfer betrachten. Es bleibt deshalb nichts anderes übrig, als die makabre Aufgabe anzugehen und „religiöse Menschenopfer“ exakt zu definieren.

Um als Opfer anerkannt zu werden, ist es nicht hinreichend, als Mitglied eines fremden Volkes im KZ oder anderswo gequält oder ermordet worden zu sein. Das Menschenopfer verlangt eine weitere unabdingbare Eigenschaft: Das Opfer muss unschuldig sein! Betrachten wir beispielsweise die Judenverfolgungen durch Christen im Mittelalter, die Judenhetze mit Aufruf zum Mord im Zeitalter der Reformation, die Judenvernichtung in der Zeit der Nationalsozialisten unter der Ägide von Deutschen, so wissen wir, dass in der Augen der Vollstrecker die Juden nicht unschuldig gewesen sind. Christen im Mittelalter sind der festen Überzeugung, dass Juden den Christengott umgebracht haben. Der Reformator sieht in der Weigerung der Juden, sein reformatorisches Christentum anzunehmen, die Verhinderung der Erlösung der gesamten Christenheit einschließlich Katholiken. Hitler weiß, dass ein einziger überlebender Jude die deutsche Herrenrasse gefährdet. Hat Hitler nicht Recht? Sind Reformator und mittelalterliche Christen verblendet?

Es liegt auf der Hand, dass Juden ihre verfolgten Ahnen zu Opfer erheben wollen. Antisemiten, darunter deutsche Politiker und Dichter, behaupten, sie tun es des Geldes wegen. Es reicht bei Weitem nicht aus, wenn die Gruppe der Verfolgten für ihre Verfolgten die Weihen von Opfern verlangt. Denn auch wenn islamische Selbstmordattentäter von moderaten Islamisten, radikalen Muslimen und deutschen Islamversteher als Märtyrer bezeichnet werden, sind diese Terroristen nicht zwangsweise Opfer, obwohl Märtyrer üblicherweise die allerreinsten Opfer sind.

Wenn Täter und deren Nachkommen den Opferstatus der von ihnen Verfolgten bestätigen würden, wären wir einen wichtigen Schritt weiter. Das in Deutschland geltende Verbot der Holocaustleugnung an Juden scheint den Opferstatus zu bestätigen. Man darf sich natürlich die Frage stellen, warum das Leugnen bestraft wird, ob ohne Strafandrohung die Holocaustleugnung überhand nehmen würde?

Der Opferstatus für Juden wäre also dann gesichert, wenn Täter und deren Nachkommen den ermordeten Juden bescheinigen, dass sie unschuldig gewesen sind. Solche Bescheinigungen gibt es nicht. Die einzigen „Persilscheine“ werden nach dem Krieg nicht toten, ehemals reichen oder armen Juden, sondern lebenden, vermögenden und einflussreichen Nazis ausgestellt, nicht nur von deutschen Beamten und katholischen Priestern, sondern auch von Juden, die im KZ das Überleben gelernt haben. Trotzdem werden lebende Juden ab 1945 knapp 20 Jahre lang mit Seidenhandschuhen angefasst. Nach dem gewonnen Krieg von 1967 verlieren alle Juden nicht nur in Deutschland rückwirkend ihre Unschuld.

Bürgerliche Antizionisten versuchen, zwischen Juden in Israel und Juden in Deutschland zu selektionieren. Spätestens als in Deutschland lebende Juden erklären, nicht auf die Beschneidung ihrer neugeborenen Söhne zu verzichten, erkennen die bürgerlichen Antisemiten, dass es keinen Unterschied zwischen Juden gibt, gleichgültig ob sie in Deutschland oder Israel leben, genauso wenig wie es keinen Unterschied zwischen Antizionismus und Antisemitismus gibt. Die letzte Erkenntnis wird von Antizionisten zuweilen noch zaghaft bestritten.

Somit lässt sich die jetzig herrschende geschichtliche Auffassung zusammenfassen, dass Juden nicht unschuldig sind. Sie sind auch nicht unschuldig gewesen an den Judenverfolgungen im Mittelalter, an der Judenhetze mit Aufruf zum Mord im Zeitalter der Reformation und schon gar nicht an der Judenvernichtung in der Zeit des Nationalsozialismus, wo nach allgemeiner und akzeptierter deutscher Lesart Zionisten mit Nationalsozialisten zum gegenseitigen Vorteil paktiert haben. Das von Journalisten und Politikern vorgetragene Verhalten der Juden im Nahen Osten gegenüber arabischen Muslimen wird von der Mehrheit der Deutschen als Beweis gesehen, dass Juden schlimmer als Nazis sind, sie somit Sonderbehandlungen verdient haben. Auch wird öffentlich in ehrbaren Gazetten verbreitet, dass Juden eine Gefahr für den Weltfrieden sind, sollten sie sich verteidigen.

Wenn Juden aber nicht unschuldig sind, dann sind sie auch keine Opfer! Und somit entsteht ein scheinbar logischer Widerspruch zum Verbot der Holocaustleugnung. Doch dieser Widerspruch, an dem sich nur Juden stoßen, ist für Christen, Muslime und Atheisten in Deutschland belanglos, da sie nicht dem Wort, sondern als Antijudaisten dem zu Grunde liegendem Sinn der Worte folgen. Eine Rücknahme des Verbotes der Holocaustleugnung an Juden ist somit nicht notwendig.

Juden in Deutschland werden dennoch keine Verfolgung und andere Benachteiligung erleiden, da die deutsche Demokratie fest in €, EU und NATO eingebunden ist. Der durchschnittliche Jude in Deutschland ist derart gut an seine Umgebung angepasst, dass er sich zu Recht nicht traut, mit Käppchen die Straße zu betreten. Somit kann ihn ein Schicksal wie in Toulouse oder Antwerpen nicht ereilen, auch wenn seine Nachbarn z. T. Menschen sind, denen gewalttätiger Antisemitismus irgendwie mit ihrer Religion zu tun haben könnte.

Zudem spielen Juden in Deutschland zahlenmäßig kein wichtige Rolle mehr, weder in der Wirtschaft, noch in den Wissenschaften, noch in der Kunst. Man erkennt es vortrefflich daran, dass selbst um eine antijüdische Performance von zwei Minuten durchzuführen, eine Jüdin aus Israel eingeflogen werden muss.

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

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