Hannes Stein 03.12.2008 15:56 +Feedback
Islamophobie
Eine kleine Anmerkung hierzu bzw. hierzu:
Natuerlich verspuere ich nicht die geringste Lust, an der Seite von europaeischen Rassisten oder Hindufaschisten gegen den Islam zu Felde zu ziehen. For the record: Richard Herzinger und ich haben in den Neunzigerjahren gefordert, die Nato moege in Jugoslawien einmarschieren, um die bosnischen Muslime vor der serbischen Soldateska zu retten. (Ob diese Moerderbande mit “christlich” richtig charakterisiert ist, Alan, wage ich zu bezweifeln. Bevor die Metzelei losging, hatten Karadzic und Consorten ja noch kommunistischen Streitkraeften angehoert: der jugoslawischen Volksarmee.)
Gleichzeitig bin ich selbstverstaendlich islamophob. Will sagen, ich habe begruendete Angst vor Leuten, die den Koran fuer der Weisheit letzten Schluss halten. Und ich glaube keinen Augenblick lang, dass nur eine spezifische Variante des Islam, naemlich der Wahabismus, unser Problem sei…
Man muss sich mal anhoeren, wie sogenannte moderate Muslime in Aegypten ueber Juden reden. Oder Kopten zuhoeren, wenn sie von ihren Nachbarn erzaehlen.
Ausserdem ist der Koran ein Buch, welches das paradoxe Kunststueck fertigbringt, gleichzeitig langweilig UND brutal zu sein.
Franz Rosenzweig hat schon recht, wenn er in seinem “Stern der Erloesung” schreibt: “Der Schoepfer Muhameds ist… ‘reich ohne alle Welt’… Seine Macht erweist sich wie die Macht eines orientalischen Gewaltherrschers nicht in der Schaffung des Notwendigen, nicht in der Befugnis zum Erlass des Gesetzes, sondern in der Freiheit zur Willkuertat… Trotz des heftig und hochmuetig vorangetragenen Gedankens der Einheit Gottes gleitet der Islam so in ein, wenn der Ausdruck erlaubt ist, monistisches Heidentum aus; Gott selbst konkurriert mit Gott selbst in jedem Augenblick, als waere es der bunt streitende Goetterhimmel des Polytheismus.”
Allerdings schliesst meine Islamophobie die Erkenntnis ein, dass die meisten Opfer des islamischen Fundamentalismus—Muslime sind. Das war in Algerien so, das war in Kaschmir und den Palaestinensergebieten so, und auch unter den Hingemetzelten von Mumbai duerften Muslime sein.
In der Talkshow “Charlie Rose” war ein Paar zu Gast, das den Horror in einem der Hotels ueberlebt hatte, heroisch geschuetzt und immer wieder versteckt von den Hotelpagen und Liftboys und vom Kuechenpersonal. Das Paar wurde getrennt, die Frau fand sich in einer Gruppe wieder, die sehr still sein musste, damit die Moerder sie nicht hoeren. Viele beteten leise vor sich hin. Unter den Betern, so die Frau, waren auch Muslime, selbstverstaendlich, Mumbai ist eine multireligioese Stadt.
Nebenbei bemerkt: Ich fresse einen Imam samt Koranerstausgabe, wenn die “Einsatzgruppe” von Mumbai NICHT vom ISI, dem pakistanischen Geheimdienst, trainiert und angeleitet wurde.
Um Europa ist mir gar nicht bang. Nee, das wird nicht islamisch. Nie. Irgendwann uebernehmen halt die Suedkoreaner den Laden, und dann wird alles gut.
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