Claudio Casula 20.01.2012 22:47 +Feedback
Immer diese Juden!
Dann sitzt die junge Frau eines der Palästinenser auf dem Sofa. Eine Stimme aus dem Off: „Wie hast du die Wiederbesetzung Bethlehems erlebt?“ Es folgt eine Leidensgeschichte, deren Wahrheitsgehalt im Unklaren bleibt und u.a. beinhaltet, dass israelische Soldaten damals ihren Gefechtsstand im Haus der Familie einrichteten. Die Soldaten, denen so etwas auch keinen Spaß machte, boten der Familie immerhin Cola, Saft und Kekse aus ihrer Verpflegungsration an, aber selbst diese menschliche Geste wird entwertet, weil der Hausherr stolz verkündet, von solchen Leuten natürlich nichts zu nehmen. Dass Israelis, die im Film ausschließlich als uniformierte Besatzer auftauchen, auch als Menschen in Erscheinung treten können, verrät der Vater eines der Protagonisten. Husein Kwazba war in besseren Zeiten (also vor der palästinensischen Autonomie) bei der Busgesellschaft Egged angestellt, in seinem Ausbesserungsteam war er der einzige Araber unter 17 Juden. Offenbar kein Problem: „Wir haben uns sehr gut verstanden und kamen gut miteinander aus… Ich habe jeden Monat gutes Geld verdient.“ Warum diese Zeiten vorbei sind, bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen. Der jedenfalls muss davon ausgehen, dass Israelis lieber auf alles schießen, was sich bewegt. So erzählt die – wie übrigens 90 Prozent der im Film vorkommenden Frauen – sichtlich adipöse Mutter eines der jungen Männer von ihren gefahrvollen Erledigungen (Brotbeschaffung wie im Warschauer Ghetto!) während der Intifada: http://spiritofentebbe.wordpress.com/2012/01/19/immer-diese-juden/
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Kategorie(n): Ausland


