Walter Schmidt 13.12.2008 21:50 +Feedback
Im Tal der Ahnungslosen
Wolfgang Benz, Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, bezeichnet sich gern als “Vorurteilsforscher”. Antisemitismus und “Islamophobie” sind für ihn offenbar nur zwei Seiten ein und derselben Medaille, nämlich jener der Diskriminierung einer gesellschaftlichen Minderheit, hier der Juden, dort der Muslime, durch die deutsche “Mehrheitsgesellschaft”, oder um mit den eigenen Worten des Direktors des “Zentrums für Antisemitismusforschung” Wolfgang Benz zu sprechen: “Die Ausgrenzung der Muslime als etwas Fremdes ist genauso gefährlich wie der Antisemitismus.” Islamkritiker, so Benz, differenzierten nicht hinreichend zwischen der Mehrheit friedlicher Anhänger der Religion und einer Minderheit gewaltbereiter Islamisten.
Bürgerinitiativen gegen Moscheebauten erinnerten an Proteste gegen den Bau von Synagogen im 19. Jahrhundert. Dagegen seien solche Bauvorhaben “Zeichen der Emanzipation und der Integration” in die deutsche Mehrheitsgesellschaft, so Angelika Königseder auf der kürzlich zu Ende gegangenen Konferenz “Feindbild Muslim-Feindbild Jude” in Berlin.
Antisemitismus unter Muslimen sei zweifellos ein Mißstand. Bei französischen Jugendlichen aus dem Maghreb verbinde sich Antizionismus und Antisemitismus mit “postkolonialen Traumata”, so Juliane Wetzel vom ZfA in Berlin.
Der “islamisierte Antisemitismus” unter Muslimen habe sich erst in jüngster Zeit “aufgrund von Erfahrungen im Einwanderungsland” entwickelt. Dieser stelle eine Reaktion auf die soziale und ökonomische Ausgrenzung der Muslime hierzulande dar. Und genau hier schließe sich der Kreis zwischen Antisemitismus und sog. “Vorurteilsforschung”, so Juliane Wetzel im “Tagesspiegel” vom 09.12.2008.
Was Wolfgang Benz und die sog. “Vorurteilsforscher” vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung hier machen, ist nichts als ein Ausdruck von Ahnungslosigkeit bar jeder Kenntnis der Thora und der Geschichte und hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.
Anstatt sich zu fragen, warum es nicht nur einen “islamisierten”, sondern einen originär muslimischen bzw. islamischen (!) Antisemitismus gibt, der bereits auf das 1. Buch Mose in der Thora, nämlich auf den Streit zwischen Jakob und Esau im Bauch Rebekkas, zurückgeht und wie dieser islamische Antisemitismus sich heutzutage auswirkt, nämlich konkret gesagt in den Vernichtungsdrohungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad gegen Israel als Heimstatt des jüdischen Volkes, setzt Benz Antisemitismus und “Islamophobie” unter dem Oberbegriff des Rassismus oder auch der “gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit” (Heitmeyer) gleich.
Die von Benz und seinen Freunden angemahnte Differenzierung zwischen der “Mehrheit friedlicher Anhänger des Islams” sowie einer kleinen Minderheit gewaltbereiter Islamisten verharmlost die dem Islam inhärenten Elemente einer zur Gewalt neigenden totalitären Ideologie, die sich u.a. am Streit um das Kopftuch, der Diskussion über “häusliche Gewalt” in muslimischen Familien sowie über Zwangsheiraten und Ehrenmorde im Islam manifestiert.
Wie Ralph Giordano verschiedentlich angemerkt hat, kann der Bau von Moscheen in Deutschland keinesfalls per se als ein Zeichen der Integration und der Emanzipation der Muslime in die deutsche Mehrheitsgesellschaft interpretiert werden, wie dies auf der Tagung des ZfA in Berlin von Angelika Königseder behauptet wurde. Entscheidend ist vielmehr, was in den Moscheen passiert, ob dort zum Haß auf die Gesellschaften des Westens sowie zur Gewalt gegen Juden aufgerufen wird, was zumindest nicht ausgeschlossen erscheint, wenn man z.B. in Berlin als Besucher eines jüdischen Gottesdienstes bisweilen von muslimischen Jugendlichen angepöbelt und beschimpft wird und einem in der U-Bahn sogar dezent Gewalt angedroht wird.
Ich denke, das hat nichts mit sog. “postkolonialen Traumata” zu tun, sondern vielmehr damit, daß muslimische Jugendliche in Berlin bisweilen ein bißchen zu oft den libanesischen Fernsehsender “Al Manar” einschalten, in dem zum offenen Haß gegen Juden aufgerufen wird.
Wenn jetzt sogar die “Jüdische Allgemeine”, die es eigentlich besser wissen müßte, in einer Kolumne ihres Chefredakteurs Christian Böhme vom 11.12.2008 Wolfgang Benz im Namen der “Freiheit der Wissenschaft” in Schutz nimmt und gegen berechtigte Kritik verteidigt und der Redakteur Martin Krauß das Anliegen der von Benz u.a. organisierten Konferenz “Feindbild Muslim - Feindbild Jude” ebenfalls verteidigt, stellt sich in der Tat die Frage, wie mit derartigen Freunden einer angeblichen “Freiheit der Wissenschaft” die dem Islam inhärenten Vernichtungsdrohungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad gegen Israel und das jüdische Volk wirkungsvoll und überzeugend bekämpft werden sollen.
Das “Tal der Ahnungslosen” scheint heutzutage nicht mehr in Sachsen, sondern im “Zentrum für Antisemitismus” sowie in der Redaktion der “Jüdischen Allgemeinen” in Berlin zu liegen. Und Wolfgang Benz und Christian Böhme sind seine Propheten.
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Kategorie(n): Wissen


