Richard Wagner 26.06.2010 08:43 +Feedback
Im Garten der Steinewerfer
Dabei fing es doch so nett an. Landesvater Wulff, aktuell auf dem parteibuchgepflasterten Weg zum Präsidenten aller Deutschen, hatte gerade eine brave Frau mit Migrationshintergrund zur Integrations- Ministerin in Hannover ernannt. Die Grünen hätten es nicht besser richten können. Und nun das!
Auf einem Stadtteilfest haben Kinder und Jugendliche, ebenfalls mit Migrationshintergrund, eine Tanzgruppe der liberalen jüdischen Gemeinde mit Steinen beworfen. Angefeuert haben sie sich bei der kriminellen Tat mit antisemitischen Parolen.
Da es sich bei den Tätern nicht um unbelehrbare Deutsche handelt, ist in unserer Öffentlichkeit wieder einmal Verständnis angesagt, zumindest aber herrscht Erklärungsbedarf. Angeblich. Man will in Deutschland einfach nicht verstehen, dass es Angelegenheiten gibt, bei denen es ganz und gar nicht auf das Verständnis ankommt, und auch nicht auf die Erklärung, dass es vielmehr um die Ächtung der Vorkommnisse geht.
Das wahre Desaster, das uns ins Haus steht, offenbart sich gerade in den diversen, mehr oder weniger hilflosen Erklärungen. So heißt es immer wieder, das Viertel sei ein sozialer Brennpunkt. Was bitte ist ein sozialer Brennpunkt, und vor allem, wie kommt er zustande. Sind es nicht die Bewohner selbst, die diesen ihren Wohnort unbewohnbar machen?
In Deutschland leben ja nicht nur Araber aus dem Libanon und Kurden und Türken aus Anatolien. In Deutschland leben in großer Zahl auch Polen und Italiener. Gibt es ein einziges Beispiel eines Stadtteils, der von Polen oder Italienern zum Brennpunkt gemacht wurde?
Verwahrlosung ergibt sich nicht zwangsläufig aus der sozialen Deklassierung, sondern aus den mentalen Leitlinien. Es ist die islamisch geprägte Leitkultur, die in diesen Familien und Großfamilien die Denkmuster lenkt. Das Problem ist nicht auf fehlende Bildung zurückzuführen, sondern in der Einbettung in eine falsche Tradition zu suchen.
Eine Leitkultur, deren Grundsätze weitgehend der Barbarei zuzurechnen sind, und nicht der Zivilisation, hat die moralische Verwahrlosung zur Folge. Das bezieht sich auf alle Lebensbereiche. Die Steinewerfer sind die Jungen, die im Zeichen von Frauenverachtung zur allgemeinen Gewalttätigkeit erzogen werden. Sie haben die Prügelstrafe auf unseren Schulhöfen eingeführt. Die Religion aber, mit der argumentiert wird, ist nichts weiter ist als eine billige politische Machtideologie einer traditionellen Männergesellschaft. Ihr theologischer Wert tendiert zu Null.
Diese Positionen sind nicht kompatibel mit den Werten unserer Gesellschaft. Das ist die Wahrheit, und aus dieser Wahrheit sind Konsequenzen zu ziehen. Wer sich nicht an die Leitkultur vom Grundgesetz und abendländischer Konvention halten will, der möge dahin zurückkehren, wo er von der Verpflichtung zur Menschenwürde und den Risiken der Freiheit verschont bleibe.
Es gibt Situationen, in denen mit Entgegenkommen nicht nur nichts zu erreichen, sondern auch so Manches zu verlieren ist. Die Gewaltbereitschaft dieser religiös gesteuerten Jugendlichen lässt sich gewiss nicht durch ein Projekt wie die internationale Stadtteilgärten aus der Welt schaffen. Was internationale Stadtteilgärten sind? Der Name sei Programm, heißt es. Familien aus verschiedenen Ländern aus dem arabischen Raum, ebenso wie aus der Türkei, Afrika und Osteuropa, bauen hier gemeinschaftlich Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen an.
Wo Steine geworfen werden, fliegen aber sicher keine Blumen. Wo Steine geworfen werden, sollte man die Polizeimarke zeigen. Und zwar rechtzeitig.


