29.10.2011   12:40   +Feedback

Ich habe einen Traum

Ein Grünenführer hat anlässlich des 50. Jahrestages der Auslieferung türkischer Arbeitswilliger an die deutsche Wirtschaft eine Quote für Migrationshintergründler im Staatsdienst gefordert. Wir sind gespannt, ob der 50. Jahrestag des Anwerbestopps genauso groß gefeiert wird. Müsste eigentlich – von den Globalisierungskritikern und Entschleunigern, die der Wirtschaft nicht über den Weg trauen und ihr Geld anders als auf kapitalistischem Wege erhalten.
Die Idee der Quote ist nett. Ich habe Migrationshintergrund, ich könnte doch noch eine Stelle im Öffentlichen Dienst bekommen. Das ist der deutsche Traum, eine Verbeamtung.
Allerdings beißt sich das mit dem Traum von Dr. King, dass seine Kinder nicht nach Hautfarbe, sondern nach Charakter beurteilt werden. Die Beurteilung nach Charakter scheint vielen noch unzumutbarer, aber wir können wohl zu dem Konsens gelangen, dass alle grundsätzlich okay sind und nur die Gesellschaft schlechten Einfluss hat. An dem repressiven Staat hätten dann Migranten einen Quotenanteil. Aber für die Anliegen der Migranten wäre es natürlich hilfreich, wenn sie einen Cousin in der Verwaltung haben.
Wir werden demnach einmal sagen: Wir wollten Arbeitskräfte, und es kamen Beamte.

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Kategorie(n): Satire 

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