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  21.02.2011   15:33   +Feedback

Hier werden Sie geholfen!

Ab sofort richtet die Achse eine neue Rubrik ein: Briefe an die FAZ. Denn immer öfter erreichen uns Leserbriefe, die an die FAZ gerichtet waren und und dort spurlos verschwunden sind. Also, schicken Sie Ihren Brief an die FAZ gleich an uns oder setzen Sie uns im CC ein. Auf gehts:

Es
 ist
 kaum
 drei
 Wochen
 her,
 dass
 ein
 Auftritt
 von
 Herrn
 Sarrazin
 in
 einer
 Vorlesung
 der
 wirtschaftswissenschaftlichen
 Fakultät
 der
 Technischen
 Universität
 Berlin
 abgesagt
 werden
 musste,
 weil
 die
 Universitätsleitung
 Sicherheitsbedenken
 geäußert
 hatte,
 nachdem
 von
 zahlreichen
 Seiten
 Proteste
 angekündigt
 worden
 waren.
 Welch
 ein
 Déjà‐vu!
 Vergleicht
 man
 nun
 die
 beiden
 Ereignisse
 in
 London
 und
 Berlin,
 so
 kommt
 man
 nicht
 umhin
 die
 Frage
 nach
 der
 Redefreiheit
 an
 europäischen
 Universitäten
 zu
 stellen,
 auch
 wenn
 es
 nach
 Ansicht
 der
 Autoren
 nie
 um
 die
 Redefreiheit,
 sondern
 nur
 um
 ein
 „ausgeglichenes
 Podium“
 ging.
Folgt 
man 
dem 
Artikel 
jedoch 
weiter 
und
 beachtet
 auch
 den
 offenen
 Brief,
 auf
 den
 sich
 die
 Autoren
 beziehen,
 so
 zeigt
 sich,
 dass
 ein
 „ausgeglichenes 
Podium“
 nur 
ein 
Podium
 ohne
 Herrn
 Sarrazin
 und
 Herrn 
Broder
 sein
 kann.
 Begründet
 wird
 die
 ablehnende
 Haltung
 damit,
 dass
 die
 Herren
 mit
 ihren
 Wort‐
 und
 Zahlenspielen
 maßgeblich
 zur
 “Verunsachlichung"
 der
 Integrationsdebatte
 beigetragen
 hätten.
 Der
 offene
 Brief
 bekräftigt
 dies,
 indem
 er
 die
 besonders
 „sachliche“
 Wortmeldung
 von
 Herrn
 Krämer,
 dem
 Generalsekretär
 des
 Zentralrats
 der
 Juden,
 zitiert,
 der
 Sarrazins
 Thesen
 für
 „rassistisch“
 erachtet.
 Zusätzlich
 wird
 auch
 daraufhingewiesen,
 dass
 „Deutschland
 schafft
 sich
 ab“
 bereits
 empirisch
 widerlegt
 sei,
 was
 sich
 wohl
 auf
 die
 Studie
 von
 Wissenschaftlern
 der
 Humboldt
 Universität,
 unter
 Leitung
 von
 Naika
 Foroutan,
 beziehen
 muss
 (FAZ
 7.1.2011,
 „Malen
 nach
 Zahlen“).
 Im
 Weiteren
 kommen 
Frau
 Exner 
und
 Herr
 Neufeind 
in 
ihrem
Artikel
 auch
 auf
 Willy
 Brandt
 und
 dessen
 Äußerungen
 zur
 Schule
 der
 Nation,
 aus
 dem
 Jahr
 1969,
 zu
 sprechen.
 Brandt
 sagt
 in
 dem
 dazu
 vorhergehenden
 Satz:
 „Das
 Ziel
 ist
 die
 Erziehung
 eines
 kritischen,
 urteilsfähigen
 Bürgers,
 [...].
 Die
 Schule
 der
 Nation
 ist
 die
 Schule."


Wenn
 dies
 das
 Ziel
 der
 Universität
 ist,
 möchte
 ich
 mich
 als
 Student
 und
 Bürger
 nicht
 von
 Kommilitonen
 und
 Anderen,
 die
 wissen,
 was
 gedacht
 und
 gesagt
 werden
 darf,
 
 bevormunden
 lassen,
 sonder
 möchte
 –
 im
 Sinne
 von
 Brandt
 –
 selbst
kritisch
 urteilen 
und 
entscheiden
. wem 
ich 
meine 
Aufmerksamkeit
 schenke.
 In
 der
 Haltung
 sich
 ständig
 zu
 sorgen,
 wem
 eine
 „internationale
 Plattform“
 geboten
 werden
 kann,
 steckt
 doch
 vor
 allem
 eines:
 Ein
 ambivalentes
 Verhältnis
 zum
 eigenen
 Volk,
 dem
 „Demos“,
 das
 von
 Misstrauen
 geprägt
 ist.
 Die
 Schule
 der
 Nation
 ist
 kein
 Kindergarten,
 darum
 sollte
 eine
 kontroverse
 Diskussion,
 über
 Integration
 auch
 an
 den
 Universitäten
 möglich
 sein
 und
 nicht,
 wie
 frei
 nach
 Jan
 Fleischhauer,
 nur
 in
 Obhut
 „kapitalistischer
 Einrichtungen“
 wie
 dem
 Waldorf
 Hilton 
stattfinden 
können.

 
 Lorenz 
Stähle

Spätesten seit der heutigen FAZ-Ausgabe - es ist die vierte seit dem Vorabdruck des Bahners:Pamphlets - scheint erwiesen, dass der für die Auswahl der Leserbriefe zuständige Redakteur ein Problem hat: Wohin mit den Zuschriften, die zweifellos die faz zu diesem Thema seit dem 16.02.2011 erreicht haben? Waren es hundert? Waren es tausend, - zweitausend vielleicht? Doch herrscht ein erstaunliches Schweigen im Walde, was zu der Vermutung Anlass bietet, dass hier auf ganz heißen Stühlen etwas ausgesessen werden soll: Und zwar ein journalistischer Skandal, der zum Übelsten gehört, was wohl seit der “Stürmer"- Presse gedruckt wurde. Hier ist nicht mehr von einer ideologisch pervertierten, jeder Wirklichkeit spottenden Hetzkampagne die Rede, - hier geht es um persönliche Verunglimpfungen, die ihren Gipfel in den Unterstellungen finden, mit denen ein verstümmeltes Opfer brutalster islamischer Gewalt bedacht wurde: Ayaan Hirse Ali. Sie in einem ‘logischen’ Umkehrschluss zu seiner potentiellen Mörderin zu machen, gehört zum Feinsten, was ich an Infamie je gelesen habe.

Aber es lohnt nicht, nach Thilo Sarrazins und Henryk Broders Repliken, die wohl nicht nur Herrn Bahners eine schlaflose Nacht bereitet haben dürften, zum Thema noch weiteres zu sagen. Vielleicht nur noch den Zusatz, dass das Deutsch des Herrn Bahners - um einen Begriff aus der Musikwissenschaft zu zitieren (von Herrn Schirrmacher nachzuprüfen) - jenen “Tontrauben"- Clustern ähnelt, die in der frühen neuen Musik aufkamen: Auf engsten Raum zusammengedrängte Töne, hier aber Begriffe, die sich gegenseitig bis zur Unkenntlichkeit erdrücken und sprachlich - im Gegensatz zur Musik - oft wenig mehr als qualmigen Nonsens erzeugen, der allerdings manche Leute beeindrucken mag. Doch genug hiervon.

Und ehe die Probleme des Herrn zu Guttenberg bis zum Überdruss durch alle Leserbrief-Mangeln gedreht werden, sollte die FAZ sich Gedanken darüber machen, ob sie nicht ein ernsthaftes Problem mit Herrn Bahners hat. Rudolf Müller

Auf dem Waschzettel Bahners zur eigenen Vita , steht : „Im Epochenjahr 1989 trat er in die Feuilletonredaktion der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ ein. Er gehört zur Generation derjenigen, für die die Kanzlerschaft Kohls allein schon deshalb ein Rätsel ist, weil sie seit ihrer Jugend nichts anderes kennen.“ Das sagt viel aus über diesen Feuilleton-Iman. Der tritt in eine Redaktion ein, da knallen die Hacken aber so etwas von zusammen wenn Bruder Patrick im vergeistigten Offizierscasino der FAZ immer noch Bauklötze staunt über Dinge die er seit seiner Jugend nicht anders kennt. Bei der kaltherzigen Muslim-Bruderschaft des deutschen Feuilleton scheint übergreifend noch ein anderes Jugendrätsel unauflösbar. Der tiefsitzende Groll auf Frauen . Kein warmer Gedanke wird an die aufmüpfigen Schwestern verschwendet. Warum nur? Helmut Kohl trat wenigstens irgendwann mal zurück, aber die ödipale Phase verlässt unser Feuilleton-Bruderschaft nie. Wie ein Fluch schwebt Mutti über dem deutschen Feuilleton. Da muss man wohl schon zum Frauen-Phobiker werden und jeder deutschen Schwester eine Burka auf den Hals wünschen.  Vom Tode bedrohte Frauen verhetzen und verhöhnen, mehr Niederträchtigkeit geht wohl nicht. Hendrik Tongers

(Henryk M. Broder)


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Kategorie(n): Hausnachrichten 

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