Wolfgang Röhl 27.02.2012 23:14 +Feedback
Harrys Brot. Eine Verwechslung
Ohne Brille auf den aktuellen „Spiegel“-Sozialneidverstärkungstitel geguckt (Start der Serie „Deutschland, deine Reichen“ – wer sind sie, und warum so viele?“). Oben rechts Harry Rowohlt ausgemacht, den etwas ranzig ausschauenden & immer lustisch von Gesichtswolle umwucherten Übersetzer ewigkauziger Irenautoren, welche inzwischen ebenfalls einen literarischen Rauschebart angesetzt haben. Gedacht: interessant! Jetzt gehen sie mal einem an die Klöten, der mit ererbter Knete aus einem ehedem linksdrehenden Verlag, den er, Harry, niemals bestellen mochte, sich eine sündhaft teure Eigentumswohnung im Medienschickeria-Standort Hamburg-Eppendorf erkämpft hat, und noch so einiges mehr. Der fortan das besitzende Gesinnungssozitum in all seinen schaurigen Varianten kongenial verkörpert hat – unter anderem - hö, hö! - als Pennerdarsteller in der „Lindenstraße“ – und der als Darling der Kulturlefties auf Lesungen in stuckdeckenverzierten Literaturhäusern unabstellbar vor sich hin wanzt & ranzt. Brille auf, Enttäuschung: Der Spiegel-Coverboy heißt Klaus Zapf und war mal „linker Umzugsunternehmer“.
Im Spiegel wäre aber noch Platz für Harry, seinen Lookalike. Die Serie hat eben erst begonnen.
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Kategorie(n): Kultur


