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  06.03.2010   17:51   +Feedback

Hajo für Handverlesene

Neulich war Oberstudienrat i.R. Klaus Hildebrandt noch Gastgeber eines Abends mit dem Chefredakteur der “jungen Welt“, Arnold Schölzel. An jenem Abend konnte der Ex-Stasi-Spitzel mitten in Bremen Sätze sagen wie „89 ist ein später Sieg der Wehrmacht“ oder in der Bundesrepublik herrsche ein „totalitärer Antikommunismus“. Diese Woche hat Klaus Hildebrandt den Türsteher gemacht. Drinnen im Saal hockte die bekannte „Kapazität für angewandte Judäophobie“, Hajo G. Meyer, und machte mal wieder „den Adolf“.  Das Thema war: „Zionismus: seine Genesis, seine Gefahren und sein Untergang“. Und Hildebrandt achtete vor der Saaltür eines öffentlichen Museums, dass kein Abweichler den Raum betritt. Einer ist ihm durchgerutscht:  Torsten Lambeck gelang es, noch einen Platz in der judäophoben Geisterbahnfahrt mit Hajo G. Meyer zu ergattern. Hier sein Bericht aus der Ich-Perspektive:

Um ein Haar wäre es zu Handgreiflichkeiten gekommen - zweimal hatte ich die schwere Hand des Schergen schon auf meiner Schulter lasten -, weil ich es gewagt habe, Hajo Meyer darüber aufzuklären, dass die Irgun weder als „die israelische Besatzungsarmee“ noch auch nur als Vorgänger der IDF bezeichnet werden könne, sondern im Gegenteil 1948 gewaltsam aufgelöst wurde, und dass Avraham Stern zu diesem Zeitpunkt auch schon längst tot war. Der Furor, den der um mich versammelte Mob daraufhin losließ, ist bisher unüberboten. Peinlicherweise stimmte Meyer mir in vollem Umfang zu, nachdem einigermaßen Ruhe eingekehrt war ("ein Detail!"). Ich habe es vermieden, darüber hinaus etwa noch zu versuchen, eine Meinung zum Besten zu geben.

Zu Meyer: Es berührt unangenehm, ihn in dieser Form öffentlich ausgestellt zu finden. Die Schaubilder, die er vorzeigte, um die Verwicklungen des Zionismus zu offenbaren, und der ganze Duktus seines Referats erinnerten mich auf bizarre Weise an den Vortrag, den ich am Vortag in der Landeszentrale für politische Bildung hörte. Dort referierte auch ein Herr Meyer. Der ist auch promoviert, aber nicht in Physik, sondern in Geschichte, und befasste sich mit dem anderen großen Thema: der Freimaurerei. Er hat zu einem ähnlichen Bild ganz ähnliche Ideen entsponnen, die allerdings nicht von ihm stammten, wie er betonte, sondern vom SD der SS, Abteilung Feindforschung.

Ein paar Zitate aus Meyers Vortrag:

“…Konzentrationslager Gaza wird benutzt als Experimentierfeld für neue Waffen…”

„Israelis sind heute so bedroht wie die Nazis in der Kristallnacht von den Juden.“

Israelis sind heute “zutiefst verdorben durch Propaganda vom Kindergarten an” bzw. “Gehirntrichterung”

Sie sind „viel schuldiger als alle möglichen anderen Leute, die in Diktaturen nicht auf die Straße gehen…”

Zu Sharon: „…ganz grober, aber ziemlich ehrlicher Feldherr. Ist mir lieber als Shimon Peres: furchtbarer Mann, der immer lügt.”

Israel habe das Judentum durch die „Holocaust-Religion“ ersetzt. „Elie Wiesel ist ihr Hohepriester.“

Israelische Universitäten sind „Brutstätten aller Gemeinheiten“.

Ein unvoreingenommener Besucher, dergleichen scheint sich tatsächlich auch noch auf solche Veranstaltungen zu verirren, sprach mich nachher noch an, um seine Verblüffung kundzutun, wie es bei der Bremer Friedensbewegung so zugeht, was Form und Inhalt anbelangt. Ich habe ihm versichert, dass er genau den richtigen Eindruck bekommen hat. Ich hab mir heute eine Dosis abgeholt, von der ich noch lange zehren kann. Zum Glück ist der nächste Gig nur für Frauen (Termin 11. März). Und Burqa steht mir glaube ich nicht.

Und noch einen Terminhinweis: Festrednerin des Osterpogroms in Bremen ist eine Sitzenbleiberin: (Termin 3. April)

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Kategorie(n): Inland 

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