Claudio Casula 08.06.2010 15:20 +Feedback
Gysi nach Gizeh
Man stelle sich vor, Israel drohte damit, israelischen Bürgern, die mit Araberinnen verheiratet sind, sowie ihren Kindern die Staatsbürgerschaft zu entziehen (Begründung: durch solche Ehen dürfe keine Generation entstehen, die dem Staat Israel nicht loyal gegenüberstehe) – was wäre da wohl los von Malsburg-Marzell bis Manaus, von Neu-Isenburg bis Nairobi?
Unisono würde dies als Akt des Rassismus gebrandmarkt, als weiterer Beweis für den Unrechtscharakter des jüdischen Schurkenstaates, Melzer würde sich, wie weiland das Rumpelstilzchen, aus lauter Wut mitten entzweireißen, die Arabische Liga träte zu einer Sondersitzung zusammen, der Weltsicherheitsrat sowieso – kurz, ein Schrei der Empörung hallte ums Erdenrund.
Doch Gemach. Derartiges wurde nicht in Jerusalem ausgeheckt, sondern in Kairo. Denn woran nicht einmal ein gern als ultranationalistischer, rassistischer Hardliner titulierter Lieberman denkt, ist in Ägypten, einem Staat, der seit 30 Jahren mit Israel in arschkaltem Frieden lebt, kein Problem.
Wir warten auf die fällige Reaktion aller Menschenrechtsaktivisten und Friedensbewegten und darauf, dass die üblichen Ägyptenkritiker auf den Plan treten, um gegen dieses Verbrechen zu protestieren. Auch die ägyptische Blockade des Gazastreifens muss jetzt endlich zur Sprache kommen. Ja, das Existenzrecht Ägyptens darf kein Tabuthema mehr sein. Es reicht jetzt wirklich! Wir wollen nicht länger schweigen.
Siehe auch:
http://www.n-tv.de/politik/Aegypter-ohne-Staatsbuergerschaft-article907751.html
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Kategorie(n): Ausland


