Dr. Benny Peiser 13.08.2012 17:02 +Feedback
Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung
Professor Peter Weingarts sehr lesenswertes Essay ended so: Wissenschaftliche Politik- bzw. ‚Gesellschaftsberatung’ ist ambivalent. Voreilige Behauptungen absoluter Gewissheit oder gar alternativloser politischer Folgerungen, die aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und Befunden zu ziehen seien, lassen sich wissenschaftlich nicht rechtfertigen und gehören in die Rubrik politischer Propaganda. Wissenschaftlern kann zwar nicht das staatsbürgerliche Recht verwehrt werden, sich politisch zu engagieren, aber wenn sie dies im Namen der Wissenschaft tun, missbrauchen sie deren Glaubwürdigkeit und ihre darauf ruhende Autorität. Die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft beruht weder auf überzogenen Katastrophenwarnungen noch auf Verheißungen paradiesischer Zukünfte, sondern vielmehr auf der Demonstration der Schwierigkeiten des Wissenserwerbs, der Diskussion widerstreitender Theorien und Interpretationen von Beobachtungen sowie der Offenlegung von Ungewissheiten. Darin liegen die Möglichkeiten aber auch die Grenzen ihrer Überzeugungskraft gegenüber der Gesellschaft und ihren Politikern. Zumal in demokratischen Gesellschaftsordnungen sind Wissenschaftler besonders gefordert, nicht der Versuchung zu erliegen, die Verfügung über spezialisiertes Wissen für eine ausreichende Legitimation politischer Einflussnahme zu halten.
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Kategorie(n): Klima-Debatte

