Fundstück 15.04.2012 18:46 +Feedback
Glückwunsch, Günter!
„Unverschämt“ findet er diejenigen, die nun so viel Kritik an dem Autor üben. „Hetzer wie Henryk M. Broder, die ihn als Antisemit bezeichnen, haben den Startschuss für die Kritik gegeben“, meint er. „Israel besitzt Atomwaffen und ist eine Bedrohung für viele Staaten, eine Gefahr für den Frieden“, sagt Zaimo?lu. Doch bei der Verurteilung von Grass tue man so, als sei „die jetzige israelische Regierung keine rechtskonservative, die mit fast allen Staaten im Streit ist. Grass hat darauf hingewiesen und damit hat er recht“, erklärt Zaimoglu. http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/04/451613/feridun-zaimoglu-„ich-kann-grass-nur-beglueckwuenschen“/
Birma, die DDR und Israel also, nebeneinander. Ist er das, der nächste unverhältnismäßige Klopper aus der Feder des Literaturnobelpreisträgers? Nachdem er Israel in seinem Gedicht Was gesagt werden muss mit einem rhetorischen Fragezeichen als Bedrohung des „ohnehin brüchigen Weltfriedens“ bezeichnete und die Chimäre einer Auslöschung des iranischen Volkes aufs Papier gemalt hat, zieht Grass nun also eine Parallele zu der SED-Diktatur und der ehemaligen Militärherrschaft in Südostasien. http://www.freitag.de/kultur/1215-grass-die-dreifache-persona-non-grata
Der jüdische Staat möge also bitte zur vollständigen atomaren Abrüstung schreiten und zum Schluss auch die IDF der Heilsarmee angliedern. Dann nämlich könnte die Hamas gemütlich Qassam-Raketen abfeuern, die Hisbollah ungestört Beihilfe leisten und der iranische Maulheld in aller Ruhe sein Bömbchen abwerfen. Das „Krebsgeschwür“ Israel wäre entfernt, und die halbe Region vor Freude völlig aus dem Häuschen.
http://www.theeuropean.de/jennifer-pyka/10654-streit-um-guenter-grass
Aber der Antisemitismus-Vorwurf stört mich. In der „Blechtrommel“ gibt es doch den Herrn Sigismund Markus, der ein Geschäft für Spielsachen hat, wenn ich mich recht erinnere, und der Selbstmord begeht - das ist so glänzend, mit so viel Einfühlungsvermögen geschrieben und so eindrucksvoll wie kaum eine andere Geschichte aus jener Zeit. Das kann kein Antisemit geschrieben haben.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fritz-stern-zum-fall-grass-eine-provokation-mit-bedrueckendem-ergebnis-11716774.html
Was gesagt werden muß ist ein schwaches Gedicht - dennoch überraschend kraftvoll. Immerhin türmte es einen Tsunami öffentlicher Empörung auf, der viel Klärschlamm aufwirbelte und im Gehirn des obersten Wächters koscherer Gesinnung sogar einen Kurzschluß auslöste. »Antisemitismus!« krähte er. »Günter Grass hat zwar die Waffen-SS verlassen. Aber offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Günter Grass niemals verlassen«, so Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Eigentlich gehört Graumann vor den Kadi, wegen Verhetzung und übler Nachrede. Aber wer wagt, den Hetzer anzuklagen? http://www.hallertagblatt.de/region/hallertagblatt/ht_leserbriefe/6215269/artikel.php
Der orthodoxe Fundamentalismus in Isreal ist eine große Gefahr für den Frieden und eine gerechte Lösung - mit unglaublicher Arroganz vieler Politiker und Siedler, ein Religionskonflikt auf Basis einer 2000 Jahre alten Schrift! Der Irankonflikt wird hier bewusst verschärft. Dass der iranische Präsident eine aggressive Poltik führt, kriminelle Reden hält und dessen Atompläne den Frieden in Nahost und den Staat Israel bedrohen, weshalb man Ahmadineschad mit allen Mittel entgegentreten muss, auch mit einem militärischen Zweitschlag, steht außer Frage. Dass aber die heimlich Atommacht Israel das Recht auf einen militärische Erstschlag proklamiert, ist inakzeptabel. http://www.hallertagblatt.de/region/hallertagblatt/ht_leserbriefe/6215266/artikel.php
Die einstimmige Empörung deutscher Politiker und Journalisten über die Friedensbotschaft von Günter Grass hat auch etwas damit zu tun, daß sie allesamt ertappte Lügner sind: Ihr ständig wiederholter axiomatischer Ausgangspunkt, Iran arbeite am Bau von Atomwaffen, ist nicht nur gänzlich unbewiesen, sondern widerspricht auch den veröffentlichten Erkenntnissen aller westlichen Geheimdienste, einschließlich des israelischen.
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Iran/luegen2.html
Wenn es eine Gefahr für die Existenz Israels gibt, dann geht sie nicht von Iran aus. Die Leugnung des Holocaust ist zwar unerträglich, die Situation der Menschenrechte noch viel schlimmer, nicht besser als in Saudi-Arabien, aber eine Drohung mit einem Angriffskrieg gegen Israel hat es nie gegeben. Wenn es eine Gefahr für die Existenz Israels gibt, so geht sie von der Regierung Israels selbst aus. Ihre kompromisslose, ja gnadenlose Besatzungspolitik, ihr furchtbarer Überfall auf den Gaza-Streifen vor drei Jahren und ihre permanenten Kriegsdrohungen gegen Iran machen aus dem Nahen Osten ein Pulverfass, das jederzeit zu explodieren droht. Das gefährdet Israel weit mehr als das unverantwortliche Geschwätz eines Ahmadinedjad. http://www.ag-friedensforschung.de/bewegung/ostermarsch2012/paech.html
Ich traf ihn nicht während einer seiner vielen Besuche in Israel. Bei wenigstens einem befreundete er sich mit einer bekannten Schriftstellerin. Jetzt hat Grass das Undenkbare gemacht: er hat offen den Staat Israel angegriffen – und er, ein Deutscher !!! Der heftige Gegenangriff zielte fast vollständig darauf ab, dass ein Deutscher kein Recht habe, Israel zu kritisieren – unter keinen Umständen.
http://www.radio-utopie.de/2012/04/13/gunter-der-schreckliche/
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Kategorie(n): Kultur

