04.02.2013   17:53   Leserkommentare (0)*

Glitzerwasser: Warum in Deutschland gefrackt werden sollte

An einem Dienstag Ende Januar fand ein Treffen im Umweltbundesamt statt, bei dem alle Gutachter, alle Experten, die in Deutschland an relevanten Studien zum Fracking mitgearbeitet haben, zusammen kamen. Das sagte jedenfalls Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt in der Sendung SWR-2 Forum vom 30.01.2013. Das Ergebnis dieses Treffen beschreibt er so:

Bei dieser Besprechung war eindeutig die Meinung, wir wissen so viel, dass wir anfangen könnten in Deutschland zu bohren und auch zu fracken. Unter intensiver wissenschaftlicher und behördlicher Begleitung um Fragestellungen auch weiter zu untersuchen, um zum Beispiel von Frackfluiden bis hin zum sogenannten „Green Fracking,“ also ohne Chemikalien, oder mit wenig umweltgefährdenden Chemikalien.

Dies ist also der Konsens unter den Experten: Wir sollten fracken, schon um unseren Kenntnisstand über diese Verfahren zur Erdgas und Erdölgewinnung zu verbessern, Technologien weiter zu entwickeln, um diese auch immer umweltschonender handhaben zu können. Hier läge auch die große Chance für Deutschland: Im Technologieexport. Denn dass diese benötigt wird, steht wohl außer Frage. Fast täglich können wir von neuen Entwicklungen im Energierohstoffmarkt lesen, nicht nur aus den USA. Mit einem Verbot von Fracking hierzulande stellt sich Deutschland nur ein mal mehr international ins Abseits und verpasst Chancen für den Industrie- und Forschungsstandort Deutschland. Dabei geht es noch nicht einmal darum, dass die Förderung von heimischen Bodenschätzen uns unabhängiger von Importen machen würde, dazu sind die Vorkommen wohl nicht groß genug, sondern vielmehr um nicht den Anschluss bei der Entwicklung von Technologien zu verlieren, die in nächster Zeit eine wachsende Bedeutung haben werden…

Von dem oben erwähnten Expertentreffen im Umweltbundesamt wird auf deren Homepage nichts erwähnt. Auch nicht ob das Ergebnis an politische Entscheidungsträger weitergeleitet wurde, keine Pressemitteilung, nichts. Wahrscheinlich ist es dem UWA zu peinlich einzugestehen, dass ihre kürzlich veröffentlichte Studie zum Fracking, die ja schon in der Kritik stand, keinen Pfifferling wert ist. Und die deutsche Öffentlichkeit bleibt un- oder desinformiert.

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Kategorie(n): Wissen  Wirtschaft 

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