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  16.07.2008   15:50   +Feedback

Folter immer fieser

(dpa) - Der ehemalige Fahrer von El-Kaida-Chef Osama bin Laden, Salim Ahmed Hamdan, hat vor Gericht angegeben, dass ihn eine Vernehmungsbeamtin durch „unangemessene“ Berührungen zu Falschaussagen gezwungen habe. Nach Angaben der „Washington Post“ vom Mittwoch sagte der als Terrorismus-Verschwörer angeklagte Hamdan in einer Anhörung im US-Lager Guantánamo Bay (Kuba) aus, dass sich die Frau ihm bei einem Verhör 2002 immer mehr genähert habe, „sehr nahe gekommen ist, mit ihrem ganzen Körper“. Schließlich habe sie ihn am Oberschenkel berührt.
„Ich konnte nichts tun. Ich hatte Angst vor den (US-)Soldaten“, zitierte die Zeitung Hamdan. Er habe die Frau gefragt, was sie wolle und sie habe geantwortet: „Ich will, dass du alle Fragen beantwortest.“ Das habe er getan.
Das Verfahren gegen Hamdan vor einem Sondertribunal in Guantánamo Bay soll nach US-Plänen am kommenden Montag beginnen. Es wäre der erste Prozess vor einem dieser Spezialgerichte, die eigens für Verfahren gegen im Ausland gefasste mutmaßliche Terroristen geschaffen wurden. Hamdans Verteidigung will erreichen, dass Geständnisse des Angeklagten im Prozess nicht als Beweismaterial zugelassen werden, weil sie bei Verhören erzwungen worden seien…

(Henryk M. Broder)


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Kategorie(n): Ausland 

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