Bernd Zeller 29.04.2009 16:31 +Feedback
Ethikunterricht XIV
Wir sollen ja nicht wie ein Diskussionsforum aufeinander Bezug nehmen, aber auch ich habe im Ethikunterricht mehr, als ich zunächst glauben wollte, gelernt, was ich später noch brauchen würde. Das Fach hieß
damals Stabü. Uns wurde darin vorgeführt, wie Doppeldenk funktioniert und wie Gleiches je nach ideologischem Standpunkt unterschiedlich zu bewerten sei und umgekehrt, wie die Schuld an Problemen denjenigen angelastet wird, die sie benennen, und wie durch gezieltes Ausblenden die Propaganda vor der real existierenden Praxis geschützt wird.
Erst nach vielen Jahren begegnete mir das Primat der Weltanschauung wieder, zu meiner Überraschung in einer freiwilligen und damit vollkommen unschuldigen selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Was das nun für die Frage nach Religionsunterricht bedeutet, weiß ich nicht, bin aber dafür, dass möglichst viel deeskaliert wird.
Vor einigen Jahren sah ich in einem Politmagazin, es war wohl Kontraste, wie ein Imam auf kopfbetuchte Mädchen einredet. Der Reporter fragt sie, was sie gelernt haben. Dass die Frau dem Mann gehorchen soll, sagt eine. Warum?, fragt der Reporter. Sie gucken ratlos. Der Imam labert was zu ihnen, dann sagen sie: damit die Harmonie der Ehe nicht zerstört wird.
Ich war entsetzt, damals, inzwischen habe ich gelernt: Das sind die gemäßigten Imame, wir können froh sein, wenn sie das unterrichten und am besten auf deutsch, die müssen wir unterstützen und aus den Hinterhöfen befreien.
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