Gastautor 04.09.2012 10:11 +Feedback
Eine Antwort von Jakob Augstein, Herausgeber des FREITAG
Lieber Henryk Broder,
Danke für die Blumen, ich finde Sie auch toll :))
Dass ich Salon-Bolschewist bin, wusste ich ja. Salon-Antisemit hatte ich noch gar nicht mitbekommen. Aber man erfährt ja immerzu wozu man fähig ist, und erschrickt viel zu wenig …
Also, der Grote. Ja, ich hatte den Text schon vorher gelesen - weil wir diesen Nutzer ziemlich genau beobachten. Das Stück ist polemisch und streng geschrieben. Das Problem, wenn ich das mal so sagen darf, ist: wir haben bei diesem Text keine Handhabe. Wo setze ich da an?
Weil er sagt, der Mossad wird Butler nicht assassinieren? Oder weil er dem Zentralrat verbale Aussetzer vorwirft?
Dass dieser Nutzer einer von dieser Deutschen ist, die den Juden den Holocaust nicht verzeihen, das glaube ich sofort. Er ist ja geradezu besessen von diesem Thema. Und daran kann man eigentlich die Antisemiten immer ganz gut erkennen, dass sie sich dauernd mit Israel und den Juden und den Deutschen beschäftigen auch wenn es eine Menge anderer interessanter Themen gibt (Trifft auch mich gar nicht zu, ich rede nur über Israel wenn es von den Deutschen U-Boote für seine Atomraketen geschenkt bekommt).
Ich glaube, Ihr Gefühl was Herrn Grote angeht, trügt Sie nicht. Ich habe das gleiche Gefühl. Darum, wie gesagt, beobachten wir den Mann genau. Aber so ohne Weiteres löschen können wir ihn nicht.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihr Jakob Augstein
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Kategorie(n): Inland

