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  01.12.2009   09:42   +Feedback

Ein Minarett für die Bahnhofsmission?

Noch könnten wir uns an die Sache erinnern, hätten wir sie bloß zur Kenntnis genommen. Vor einigen Wochen hat eine Kammer des europäischen Gerichtshofs sich gegen das Kruzifix in den italienischen Schulen ausgesprochen. Die Klägerin, die das Verfahren veranlasste, ist eine nach Italien eingewanderte Finnin. Sie will sich offenbar ein Italien nach ihrem Geschmack einrichten, und führt zu diesem Zweck ihre private Finnlandisierung durch. Und das mit der Komplizenschaft der demokratischen Institutionen.

Es ist gewiss keine Neuigkeit, wenn man feststellen muss, dass das Ausmaß der Dummheit in den akademisch gebildeten Schichten, seit diese mehrheitlich der Heilsarmee des politisch Korrekten beigetreten sind, erheblich zugenommen hat. Diese Dummheit äußert sich nicht zuletzt in der allgemeinen Kapitulationsbereitschaft. 

Man folgt der Teleologie des Anderen. Die eigene hat man beim TÜV abgelehnt, für den TÜV der anderen ist man nicht zuständig. So kommt es, dass man das Kreuz verbannt und das Minarett begrüßt. Wir sind in der schönen neuen Welt der guten Menschen. Die Hinrichtung kann weiterhin öffentlich stattfinden, wenn das Rating fsk 18 eingehalten wird. Der Rest fällt unter Religionsfreiheit und kulturelle Bereicherung.

Eines der folgenreichsten Missverständnisse unserer Zeit ist es, unsere Gesellschaft ausschließlich an ihrer Toleranzbereitschaft zu messen. Mit dem Schweizer Abstimmungsergebnis ist ein erster Schritt gegen die Islamisierung getan. Es ist ein Signal, dass es noch Mehrheiten für die Verteidigung der Freiheit gibt. Die Verteidigung der Freiheit erfordert auch Unduldsamkeit. Zum Beispiel in der Frage der Genitalverstümmelung.

Die Empörung über das Abstimmungsergebnis ist groß. Man fürchtet Rückschläge im Integrationsprozess. Seit wann aber findet die Integration in der Moschee statt?

Angeblich ist das Schweizer Wahlvolk von der Angst vor der Islamisierung getrieben worden. Und wieso nicht von der Islamisierung?

Islamisierung heißt nichts anderes als die Rücknahme der säkularen Gesellschaft. Am Ende einer solchen Entwicklung steht die moralisierende Gemeinschaft, die alles, was nicht im Koran steht, zumindest für überflüssig hält.

Das Ergebnis kann man auf zwei Kontinenten, Asien und Afrika, besichtigen. Dazu gehören die schlimmsten Diktaturen und eine unzulässige Menschenrechtslage. Wollen wir diese Patriarchen- Ideologie, um nicht zu sagen Kraftprotzen-Barbarei, auch in Europa ausprobieren?

Schauen wir uns doch einmal die Standards dieser Länder an! Es sind Karikaturen einer modernen Gesellschaft, ihr Beitrag zu Innovation und Fortschritt ist gleich Null.

Die Europäer stehen den muslimischen Einwanderern nicht als Christen oder Atheisten gegenüber, sondern als Bürger. Bürgergesellschaft versus Glaubensgemeinschaft?

Maßgeblich ist die Partizipation der Einwanderer an den Institutionen. Die entscheidende Frage aber ist nicht, wie viele Minarette der Einwanderer braucht, sondern wie viele Muslime sich beispielsweise in der freiwilligen Feuerwehr engagieren.

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur 

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