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  19.05.2011   15:36   +Feedback

Ein Antisemit kommt selten allein

Wir haben gestern an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auf muslim-markt.de der Beitrag eines durch und durch ehrlichen Antisemiten erschienen ist, der aus einer Mördergrube sein Herz macht. Eine dermaßen aufrichtige Stellungnahme eines Judenhassers hat man lange nicht mehr mehr gelesen.

Was wir vergessen haben zu erwähnen, ist die Tatsache, dass der Noch-Direktor des Berliners Zentrums für Antisemitismusforschung, Prof. Wolfgang Benz, dem muslim-markt vor kurzem ein Interview gegeben hat, in dem er u.a. über Minderheiten plaudert - “damals die Juden, heute die Muslime” -, die von der Gesellschaft “allein gelassen” werden. Kaum anzunehmen, dass der Antisemitismus-Experte Benz nicht wusste, mit wem er sich da einlässt. Aber so wie es ihm nichts ausgemacht hat, mit den Judenhassern vom muslim-markt zu reden, hat er es anschließend nicht für nötig gehalten, sich dafür zu entschuldigen und, wie in solchen Fällen üblich, wenigstens zu sagen, er sei reingelegt worden. Offenbar war es dem Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung ein Bedürfnis, sich ausgerechnet auf einer antisemitischen Bühne auszumähren. Das ist so, als würde die Drogenbeauftragte der Bundesregierung bei einer Dealer-Party den Joint kreisen lassen.

Benz wird es den Juden nicht verzeihen, dass er 20 Jahre seines Lebens damit verbracht hat, sich mit den Antisemiten zu beschäftigen. Das nennt man Deformation professionnelle.

(Henryk M. Broder)


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Kategorie(n): Wissen 

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